Österreich hat ein Kern-Problem

Foto: Picturedesk

Er ist ein Vertreter der unbeschränkten Zuwanderung, der Freunderlwirtschaft und hat es sich in seiner bisherigen Karriere finanziell immer gerichtet: Schon nach wenigen Wochen im Amt hat Bundeskanzler Christian Kern sein positives Image weitgehend verloren.
Text Klaus Faißner

 

Der Lack ist ab. Nur wenige Wochen nach seiner Angelobung als Bundeskanzler sind sich kritische Beobachter einig: Christian Kern hat sich als Blender entpuppt, der kaum brauchbare Lösungen für Österreich anzubieten hat. Die SPÖ tritt laut Umfragen weiter am Stand und damit deutlich hinter der FPÖ. „Der smarte ,Manager‘, der die Privatwirtschaft nur vom Hörensagen kennt und von vielen Medien wie ein Popstar abgefeiert wurde, hat nach ein paar Auftritten sein ganzes Pulver verschossen“, schrieb etwa der Journalist Werner Reichel.

Doch der Lack hielt lange genug, um Norbert Hofer als Bundespräsident zu verhindern: Laut Umfrage des Sora-Instituts hat der Wechsel von Werner Faymann zu Kern kurz vor der Stichwahl 74 Prozent der Van-der-Bellen-Wähler positiv beeinflusst. Unmittelbar nach der Wahl machte Kern beispielsweise klar, dass er für eine weitere massive Zuwanderung steht: Er trickste bei den Zahlen zur Asylobergrenze, wandte sich gegen Grenzkontrollen am Brenner und erklärte, dass eine Abschottung nicht funktioniere – entgegen den Erkenntnissen der Grenzschließung in Mazedonien.

Rotarier und „Schlepper“

Kern ist ein Netzwerker. Früher sagte man Freunderlwirtschaft dazu. Schon bald nach seinem Eintritt in den Verbund-Konzern 1997 wurde er Mitglied im Rotary-Club – einem Service-Club, der im Geiste der Freimaurer agiert. 2007 stieg Kern, der laut Jerusalem Post als „Freund Israels“ gilt, in den Vorstand des Verbunds auf. Als er diesen 2010 verließ, wussten laut Medienberichten schon so manche, dass er als Reserve für den obersten SPÖ-Posten bestimmt war – aber die wenigsten, dass er Fehlinvestitionen im Verbund mitzuverantworten hatte (siehe Coverstory). Kern wurde Chef der ÖBB. In dieser Funktion schlug ab September 2015 im Rahmen der Völkerwanderung medial seine große Stunde: Bis Ende Dezember 2015 beförderten die ÖBB knapp 300.000 großteils illegal Eingereiste und ließen 70.000 in betriebseigenen Gebäuden übernachten. Den Steuerzahler kostete das rund 15 Millionen Euro. Kern stellte den Nichtregierungsorganisationen Bahnhöfe zur Verfügung und ließ sie dort fast nach Belieben schalten und walten. „Die Probleme machen uns nicht die Flüchtlinge, sondern die Maßnahmen zu ihrer Abwehr“, erklärte der von der FPÖ als „Schlepper“ bezeichnete Bahn-Chef.

Für die gewissenhafte Vorbereitung Kerns auf die Kanzlerschaft spricht auch, dass er gleich drei ehemalige Kanzlersprecher zu sich in die ÖBB geholt hatte: David Mock, einst Pressesprecher von Viktor Klima, sowie Stefan Pöttler und Sven Pusswald, die für Alfred Gusenbauer tätig waren. Der Bilderberger Gusenbauer gilt als besonders enger Vertrauter Kerns. Bereits vor über einem Jahr habe Kern mit dem Medienmann Gerhard Zeiler vereinbart, Faymann zu stürzen, erzählte Zeiler im ORF.

Einkommen stets gestiegen

Einige vermuten, dass Kerns Abstecher in die Politik auch dazu dient, danach einen extra gut dotierten Posten zu bekommen. Denn bislang verbesserte er es sich laufend: Als Verbund-Vorstand verdiente er bei seinem Abgang 585.700 Euro jährlich. Mit dem Übertritt zu den ÖBB als deren Chef sollte sich sein Salär auf maximal 500.000 Euro verringern. Entgegen dem von ihm verordneten Sparkurs im Unternehmen ließ er es letztlich aber auf über 700.000 Euro steigen. Stolz präsentierte er schwarze Zahlen im operativen Geschäft der ÖBB. Dem hielt ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka entgegen, dass der Zuschussbedarf für die ÖBB unter Kern von 3,7 auf fünf Milliarden Euro gestiegen sei. „Er war ein sehr teurer Manager.“

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