Am Frieden führt kein Weg vorbei

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Bewaffnete Konflikte sind in vielen Teilen der Welt Alltag. Sogar die Gefahr eines großen Krieges steht im Raum, siehe Syrien oder Nordkorea. Doch am Frieden führt kein Weg vorbei. Gerade Österreich könnte viel dazu beitragen. 


Text: Klaus Faißner

"Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg", sagte Mahatma Gandhi - der Mann, der 1947 Indien mit friedlichen Mitteln aus den Klauen der britischen Kolonialherren befreite. Wir alle haben Sehnsucht nach Frieden, sei es in der Familie, im eigenen Land oder darüber hinaus. Ein Leben in Streit ist zermürbend, ein Leben in Krieg die Hölle, wie bei uns die über 80-Jährigen noch aus eigener Erfahrung wissen. "Nie wieder Krieg" war der Leitsatz mehrerer Generationen.

Neutrales und kleines Friedensland

"Was kann das kleine Österreich für den Weltfrieden tun?", stellt sich die Frage. Als neutraler Staat grundsätzlich eine ganze Menge, weil wir keinem Militärbündnis angehören. Österreich könnte - zusammen mit der ebenfalls immerwährend neutralen Schweiz - durch eine aktive, glaubhafte Neutralitätspolitik die Gefahr eines verheerenden Weltkriegs mildern oder sogar bannen, ist der Ökonom Heinrich Wohlmeyer sicher (alles roger? berichtete). Jedoch müsste unser Land zuerst die militärische Zusammenarbeit mit NATO-Ländern aufgeben. Auch müsste Österreich die "eindeutig völkerrechtswidrigen Sanktionen gegen Syrien und gegen Russland" sofort beenden. Er schlägt der Bundesregierung die Abhaltung einer syrischen Friedenskonferenz vor. Auf mittlere Sicht sei ein Austritt aus der EU unvermeidlich, um die Neutralität voll wiederherzustellen.

Neben der Neutralität hätte Österreich noch einen großen Vorteil, um auf der ganzen Welt als friedliebende Nation gesehen zu werden: Es ist ein kleines Land. Doch auch dem steht die EU-Mitgliedschaft entgegen, weil Österreich meist die Entscheidungen des "EU-Großreiches" - wie es Ex-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bezeichnete - mitträgt. Großmächte seien "die Väter jedes modernen Krieges", wusste der EU-kritische Salzburger Philosoph und Alternativ-Nobelpreisträger Leopold Kohr. Nur sie hätten die Muskelkraft, große Kriege mit totaler Verwüstung zu führen. Kriege zwischen Kleinstaaten habe es zwar auch gegeben, doch diese seien lokal begrenzt gewesen und hätten keine Kettenreaktion zur Folge, sondern nur geringfügige Auswirkungen gehabt. Heute sind es in erster Linie die USA und die NATO, die große Teile der Welt mit Kriegen überziehen. 23 der 28 EU-Mitgliedsstaaten sind gleichzeitig Teil der NATO.

Friedensmarsch in Ukraine

Einer der brisantesten Krisenherde ist die Ukraine. Im vergangenen Juli fand ein besonderes Ereignis statt: Tausende marschierten singend und betend in Richtung der Hauptstadt Kiew. Drei Wochen lang. Die ukrainische Regierung verurteilte dies scharf, faschistische Gruppen drohten den Pilgern mit Gewalttaten. Doch die Menschen gingen weiter. Die Hauptstrommedien in Österreich und in ganz Europa schwiegen. Alternative Medien durchbrachen mit unzensurierten Bildern dieses Schweigen. Am 27. Juli zogen die Massen friedlich in die Hauptstadt ein. Es war ein eindrucksvolles Zeichen, dass das Volk an den Frieden - im wahrsten Sinne des Wortes - glaubt. Tatsächlich findet nun ein von der UNO unterstützter Dialog im Land statt. Hoffen wir, dass bald der Frieden auch Wirklichkeit wird. Und zwar überall. 

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