Bitte lachen!

Foto: Getty Images
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Es ist ansteckend, es verbindet, und es ist die beste Medizin. Deshalb sollte man ein Lachen selbst dann aufsetzen, wenn einem gar nicht danach zumute ist.


"Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune", hat Charles Dickens einmal gesagt. Immanuel Kant meinte: "Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen." Und Charlie Chaplin sagte: "Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag."

Ein besonderer Tag, der ganz im Zeichen der guten Laune steht, ist der Weltlachtag. Der findet heuer am 7. Mai statt. Seit 1998 wird er gefeiert. Ins Leben gerufen hat ihn Madan Kataria. Der Gründer der Lach-Yoga-Bewegung hat eine Philosophie: "Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind. Wir sind glücklich, weil wir lachen." Wenn es nach ihm geht, entfaltet sich die positive Wirkung des Lachens also auch, wenn man gar keinen Grund hat, um die Mundwinkel nach oben zu ziehen.

Deshalb soll man genau das am Weltlachtag um Punkt 14 Uhr auch tun. Eine Minute lang. Dadurch soll ein globales Bewusstsein der Gesundheit, des Glücks und des Friedens durch das Lachen erreicht werden. Außerdem ist es gesund. Denn was der Volksmund behauptet, ist längst wissenschaftlich erwiesen: Lachen ist die beste Medizin.

Echt oder unecht?

Die Gelotologie ist die Wissenschaft der Auswirkungen des Lachens und untersucht die körperlichen und psychischen Aspekte. Die Forscher unterscheiden mehrere Arten. Schließlich ist nicht jedes Lachen gleich. Man lächelt, wenn man jemanden grüßt. Wenn man nervös ist. Wenn man gekitzelt wird. Wenn man sich über jemanden lustig macht. Wenn man Angst hat. Wenn man sich unsicher fühlt. Man lächelt aus Verlegenheit, um Macht zu demonstrieren und natürlich auch aus Freude und Vergnügen.

Manchmal tut man aber nur so. Zum Beispiel, wenn der Chef einen schlechten Witz erzählt und man nur aus Höflichkeit lacht. Aber Vorsicht: So ein falsches Lachen ist leicht zu erkennen. Zum Beispiel am Tonfall. Oder daran, dass es abrupt aufhört. Vor allem erkennt man es aber an den Augen. Denn ein echtes Lächeln - das hat übrigens einen eigenen Namen, Duchenne-Lächeln, benannt nach dem französischen Wissenschaftler Guillaume-Benjamin Duchenne, aktiviert den Augenringmuskel, den man nicht bewusst steuern kann. Kleine Hautverdickungen und Krähenfüße zeigen: Das Lachen ist echt.

Lachen ist gesund

Viele Erkenntnisse hat die Gelotologie, die vom Psychiater William F. Fry begründet wurde, bereits hervorgebracht. Zum Beispiel, dass fröhliche Menschen optimistischer, gelassener, weniger nervös, kreativer, kontaktfreudiger, beliebter und dadurch erfolgreicher sind. Oder: Lacht man eine Minute lang, soll das wie ein 45-minütiges Entspannungstraining wirken. Außerdem soll es das Leben verlängern.

Eine zugegeben etwas seltsam anmutende Studie dazu haben Ernest Abel und Michael Kruger von der Wayne State Universität gemacht. Sie haben sich die Autogrammkarten von 230 Baseballspielern aus dem Jahre 1952 genauer angeschaut. Ergebnis: Im Schnitt wurden die, die auf dem Foto nicht gelächelt haben, 72,9 Jahre alt. Die, die breit gegrinst haben, starben erst mit 79,9 Jahren. Für die Erkenntnis, dass Lachen das Leben verlängert, braucht es allerdings gar keine Studie. Schließlich ist das nur logisch. Denn so ein Lachen wirkt sich äußerst positiv auf den Körper und den Geist aus.

80 Muskeln am ganzen Körper und 17 im Gesicht sind an einem Lachen beteiligt. Auch das Herz-Kreislauf-System, die Stimmbänder, das Zwerchfell und der Stoffwechsel werden stimuliert. Der Puls wird schneller, der Blutdruck steigt. Endorphine sorgen für Glücksgefühle, während die Ausschüttung der Stresshormone Kortisol und Adrenalin abnimmt. Die Lunge transportiert mehr Sauerstoff, und es gelangen auch mehr Abwehrstoffe ins Blut. Außerdem empfindet man weniger Schmerz, wenn man lacht. Und natürlich macht es glücklich.

Dass man gar keinen erheiternden Grund braucht, hat auch die Wissenschaft bewiesen. Genauer gesagt der französische Psychologe Robert Soussignan. Für eine Studie hat er 96 Probanden gebeten, einen Stift zwischen die Zähne zu nehmen. Manche Versuchspersonen mussten ihn so im Mund platzieren, dass sie quasi unfreiwillig lächelten. Und die haben im Anschluss gezeigte Videos weitaus positiver bewertet als alle anderen. Weil sie einfach bessere Laune hatten.

Gute Laune auf Knopfdruck

Trauriger Fakt ist: Mit der Zeit vergeht einem das Lachen. Während Kinder jeden Tag mehr als 400 Mal lachen, tun das Erwachsene nur noch 15 Mal. Wer von den vielen Vorteilen profitieren möchte, muss sich also ganz bewusst daran erinnern, öfter die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Auch wenn das Lachen kein echtes ist. Ganz nach dem Motto: Fake it till you make it. Anders gesagt: Tu so, als ob du lachst, bis du wirklich lachst. Denn auch wenn man nur so tut, signalisiert man damit dem Gehirn, dass man gut gelaunt ist. Und plötzlich ist man es tatsächlich. So wird aus einem unechten ein echtes Lachen.

Weil das ansteckend ist, hilft es natürlich auch, wenn man sich mit optimistischen und humorvollen Menschen umgibt. Man kann einem Lach-Club beitreten und Lach-Yoga machen. Man kann ein Lachen verschenken. Das verbindet. Und meistens bekommt man eines zurück. Man kann auch einen lustigen Film anschauen oder im Internet nach Witzen und amüsanten Videos suchen. Wie auch immer: Im Grunde geht es nur darum, sich nicht nur am Weltlachtag, sondern jeden Tag daran zu erinnern, herzhaft zu lachen. Für ein glückliches, gesundes und langes Leben.

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