Das ist die unterschätzteste Band der Welt

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Bereits seit 1982 sorgt Monti Beton - der Name ist eine Anlehnung an Monty Python - für Furore. Die Coverband interpretiert unverwechselbar Legenden wie Elvis Presley oder Bob Dylan und tritt immer wieder mit den verschiedensten Künstlern gemeinsam auf. Anlässlich des Jubiläums "35 Jahre Monti Beton" bat alles roger? den Mitgründer Toni Matosic und die Legende Hans Krankl zum amüsanten Doppelinterview.


Interview: Roland Hofbauer

 Was macht Monti Beton aus, was ist das Besondere an Ihrer Band?

Toni Matosic: Ganz klar die Spielfreude, bei uns ist alles echt. Wenn man sich früher den Musikantenstadl angeschaut hat, haben immer alle so gezwungen gegrinst, aber das hat man den Musikern nicht immer so geglaubt. Bei uns ist alles echt, wenn wir auf die Bühne kommen, dann geht die Post ab, da rennt der Schmäh.

Hans Krankl: Monti Beton kann nur i beschreiben. Das ist die unterschätzteste Band weltweit, obwohl sie gar nicht mehr unterschätzt wird. Musikalisch ein Traum, professionell und Monti Beton hat eine unglaubliche Bandbreite. Wenn die die Doors oder Johnny Cash singen oder a nur so an Schas wie Glass of Champagne: Jeder Song wird unglaublich intensiv und sensationell performt. Auch wie die Burschen ihre Instrumente spielen, ist ein Wahnsinn.

 Was spielen Sie denn für ein Instrument, Herr Krankl?

Krankl: I spü gor nix, i sing nur. Ich hab zwar einmal ein Instrument gelernt, die Harmonika, und hab die auch vier Jahre gerne gespielt. Oba dann wollt i nur mehr Fußball spielen. I kann heut no a paar Lieder, aber es ist ewig schod drum. Heute spiele ich ab und zu auf den Percussions, das ist a Erlebnis.

 Wie haben Sie denn zueinandergefunden? Wer hat denn wen kontaktiert und eine Kooperation angeboten?

Krankl: Na de haben mi gefragt, die haben g'wusst, wer der beste oide Rhythm-and-Blues-Sänger ist, die haben g'wusst, wer der Batman ist.

Matosic: Wir haben einen gemeinsamen Freund bei Radio Wien und er hat uns zusammengebracht. Wir haben ihm von unserem neuen Programm erzählt, bei dem wir die Kultband The Kinks spielen, und er hat gemeint, dass der Hans der größte Fan von denen ist. Dann hab ich den Hans kontaktiert und ich hab ihn ein bisserl überreden müssen.

Krankl: Zuerst habe ich ein paar Gastauftritte gehabt und dann haben wir ein paar eigene Programme gemacht, ein Austropop-Programm und ein Weihnachtsprogramm. Da gibt's vier G'schichten, die Monti Beton nur mit mir spielt.

 Wenn Sie Monti Beton in eine Fußballliga einordnen müssten, welche wäre das?

Krankl: Ganz kloar Champions League. Wir liegen ganz klar zwischen Barça und Real Madrid, alle anderen fallen ab. PSG gibt's schon gar nicht mehr und Bayern München ah net.

Matosic: Die Frage ist ja immer Finale oder Halbfinale oder was?

Krankl: Gonz kloar Finale.

 Gibt es eine Musikrichtung, die Sie nicht spielen oder singen wollen?

Krankl: Volksmusik würde ich jetzt nicht singen, obwohl ich diese Richtung sehr schätze. Ich habe auch mit der Sängerin von den Seern gesungen. Voksmusik is jetzt net unbedingt meins zum Singen, oba deswegen gfoit ma des a.

Matosic: Es gibt auch Künstler, die wir aus Ehrfurcht nicht singen, das geht sich einfach nicht aus. Wir versuchen Dinge zu finden, die wir authentisch und glaubwürdig bringen können. Es gibt auch Lieder, wo die Kompetenz nicht reicht, wie bei

Bohemian Rhapsody von Queen.

Krankl: I tät zum Beispiel nie My Way vom Sinatra singen, des is wos Heiliges, des konn i net so guat. Ich hob soviel Respekt und Ehrfurcht vor Frank Sinatra, des geht afoch net.

 Was sagen Sie dazu, wenn Volksmusik oder andere Musikrichtungen beim Amadeus-Musikpreis lächerlich gemacht werden?

Krankl: Des ist eine Gemeinheit. Jede Musik hat ihre Berechtigung und das müssen auch Trotteln anerkennen, die nur eine Sache machen und sagen, olles aundere is oarsch. Des tuat ma net. I war sogar einmal bei Howard Carpendale, da hab i mi geniert, weil mich alle so deppat angeschaut haben. Ich finde Schlager großartig. Jeder große Musiker hat vor anderen Stilrichtungen Respekt. Mir hat früher überhaupt net gefallen diese elektronische Musik, so wie Kruder & Dorfmeister, der Schas mit dem Computer. Früher hab ich gesagt, des is jo ka Musik, des kummt aus an Kastl, dann hob i ma a bissl was angehört und es gibt Sachen, wo ich mittlerweile sog: Des is super.

Matosic: Musik ist Geschmackssache, warum soll ich jetzt über etwas, was mir nicht gefällt, sagen: Des ist a Schas?

 Herr Krankl, Hand aufs Herz. Hätten Sie mit Monti Beton gespielt, wenn die Burschen alle Austrianer gewesen wären?

Krankl: Unmöglich, na sicher net. Das sind alles Rapidler.

Matosic: Na eigentlich sind wir ja Barça-Anhänger.

Krankl: Ja stimmt, des hat er von mir. Wir sind eigentlich eine Barça-Band, und Rapid nehm ma a so mit.

 Reden Sie auch oft über Fußball bei den Proben?

Matosic: Na eigentlich weniger, der Fokus liegt bei uns bei der Musik.

Krankl: Na der lügt. Folgendes spüt si in der Garderobe ab: Diese Eierschädln wollen von mir nur G'schichten übers Kicken hören. Die G'schichten hab i scho tausend Mal erzählt und des fressen die, des kann man sich gar nicht vurstellen.

Matosic: Die andere Seite ist die: Ich merk ja, dass er gerne erzählt und er es mag, wenn man ihm zuhört und wenn er einen Spaß macht, lach ich auch immer wieder zwischendurch, da freut sich der Hans.

Krankl: Du pass auf, i erzähl nie wieder wos.

 Wie politisch ist Monti Beton?

Matosic: Wir sind unpolitisch, jeder ist auf unseren Konzerten willkommen, wir würden aber nie auf einer Wahlkampfveranstaltung von irgendeiner Partei spielen. Es gibt Bands, die schreiben politische Texte, das machen wir nicht.

Krankl: Ich bin unpolitisch und nebenbei Katalane, mehr wü und konn i dazu net sogn.

 Letzte Frage, Herr Krankl: Würden Sie wieder einen Trainerjob annehmen?

Krankl: Ja, aber nur bei Barça, Milan oder Manchester United. Do konnst schreiben, wenn die anrufen würd i oheben, des is ka Theater. Obwohl bei Milan is grad net so leiwand, do is grod oarsch.

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