Datenschutz-Schutz!

Foto: nonwarit / 123RF Standard-Bild
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber seit dem 25. Mai 2018 bin ich ein anderer Mensch. Ich fühle mich so sicher!


alles roger?-Kolumne von Gabriela Benesch

Seit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist so eine innere Ruhe in mir eingekehrt.

Spüren Sie es auch?

Niemand darf mehr meine Daten haben, ohne dass ich das ausdrücklich wünsche. Weder meinen Namen noch meine Telefonnummer, weder meine E-Mail-Adresse und schon gar nicht meine Konfektionsgröße.

Ist das nicht beruhigend?

Telefonbuch überlebt

Ich weiß gar nicht, wie ich das dunkle Zeitalter des Telefonbuches überlebt habe.

Diese schrecklichen Jahre von schutzlosem Daten-Exhibitionismus.

Jeder von uns stand namentlich in einem Buch, welches an jeder Straßenecke in einer Glaszelle hing und, schlimmer noch, gratis an jeden Haushalt verteilt wurde.

Und erst heute wird mir bewusst, dass ich einer kriminellen Familie entspringe, denn mein Vater hatte nicht nur die Daten der ganzen Verwandtschaft illegal gespeichert, sondern auch die seiner Kundschaft.

Er wusste sämtliche Telefonnummern und Adressen auswendig.

Genauso meine Großmutter. Die hatte alle Geburtstage, Todestage und Hochzeitstage in ihrem Kopf; und zwar auf drei Generationen zurück.

Kriminelle Fähigkeiten

Leute wie sie waren in der Lage, einfach den Telefonhörer in die Hand zu nehmen oder einen Füllfederhalter und ungefragt Menschen anzurufen oder ihnen einen Brief zu schreiben, um ihnen zum Geburtstag zu gratulieren oder im Fall meines Vaters ihnen ein Putzmittel zu verkaufen.

Ich muss gestehen: ich habe diese kriminellen Fähigkeiten geerbt.

Ich merke mir alles!

Und wenn ich nicht das Gedächtnis eines Elefanten hätte, könnte ich meinen Beruf als Schauspielerin an den Nagel hängen.

Ich merke mir Hunderttausende von aneinandergereihten Buchstaben, ja ganze Geschichten.

Ich sammle poetische Daten. Aber ist das überhaupt legal, ohne schriftliche Erlaubnis des Dichters?

Visitenkarte bestätigen

Apropos legal. Falls Ihnen jemand eine Visitenkarte überreicht, vergessen Sie nicht, eine unterzeichnete Bestätigung für den Gebrauch derselbigen zu verlangen; am besten als PDF-Dokument per E-Mail geschickt!

Sie brauchen dieses dann nur noch auszudrucken und in einem Ordner alphabetisch zu archivieren.

Falls Sie - wie ich - täglich bis zu zehn Visitenkarten zugesteckt bekommen, kein Problem.

Beim Libro sind Ringordner grad in Aktion.

Die passenden Regale finden Sie bei Kika oder Mömax und falls der Platz knapp wird, bei MyPlace gibt's günstige Lagerräume ab fünfzig Euro pro Monat zu mieten. 

Raumschiff

Und wenn Sie im Besitz eines Newsletter-Programms mit einer E-Mail-Kundenkartei sind, empfehle ich Ihnen, sich früh genug nach einer leer stehenden Fabrikshalle umzusehen oder die "Daten-Besitz-Berechtigungs-Beweis-Belege" in alphabetischer Reihenfolge und nach An- und Abmeldungsdatum sortiert in einem Raumschiff in die Umlaufbahn zu schießen. Da oben ist noch genug Platz.

In diesem Sinne - viel Spaß beim Datenschutz!

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Unsere Datenschutz Grundsätze

Welche Daten wir sammeln und wie wir damit umgehen können Sie hier nachlesen: Datenschutzerklärung

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