Der GIS-Rebell

Foto: 123rf

Der ORF-Rebell ist wieder aufgewacht. Nach intensiver Recherche in den Printmedien ergibt sich ein lückenhaftes, aber dennoch aussagekräftiges Bild.


Lückenhaft schon deswegen, weil anzunehmen ist, dass gewisse (schützenswerte) Informationen nicht einmal allen Mitgliedern des Stiftungsrates zur Verfügung gestellt werden, schon aus Datenschutz- oder Konkurrenzgründen - das zieht immer. Es bleiben also die österreichischen Mainstreammedien zur Recherche! Selbst da tun sich Welten auf für einen einfachen Gewerbe-treibenden, der täglich im freien Markt um die Existenz seines Unternehmens und seiner Mitarbeiter kämpft.

Aus einer Budgetlücke für den Plan 2017 in Höhe von 81 Millionen Euro werden, immerhin ist es noch vor der Bundespräsidentenwahl, plötzlich 41 Millionen Euro. Kurz mal überarbeitet, schon sind 40 Millionen gefunden. Durchforstet man die großen Aufwandspositionen, so fallen sofort Personalkosten und Landesstudios auf. Da müsste doch noch was gehen?

Denkste? Der Gedanke "Landesstudio" ist noch nicht einmal fertig gedacht, hat sich schon eine (SPÖVP) parteiübergreifende, neutrale Plattform gefunden, die jegliche Einsparungen bei den Landesstudios in Abrede stellt. Klar doch, wie könnte auch nur ein Tag vergehen ohne die tägliche 19-Uhr-Beweihräucherung der ach so wichtigen Landesfürsten und seiner Adepten. Außerdem muss ja Neffe, Freundin oder sonstiger Günstling untergebracht werden können, wer denkt da schon an Nepotismus?

Warum gerade im Rundfunk unterbringen, Journalismus ist ja nicht gerade das, was man eine "ruhige Kugel" bei der Berufswahl nennt (nehm ich nun mal an!). Es ist die zweite große Budgetposition ohne Einsparungsmöglichkeit, die Personalkosten. Da sind 375 Millionen Euro bei 3.320 Planstellen oder 3.117 Vollzeitäquivalenten angesetzt. Das gibt im Schnitt satte 120.300 Euro pro Kopf und Jahr. Da sind die 400.000 für den Chef ja gar nicht mehr so viel. Ist zwar immer noch mehr als ein Landeshauptmann oder Minister, aber man gönnt sich ja sonst nichts.

 

Bleibt das Produkt oder die Ware, die an den Mann zu bringen ist. Muss ja phänomenal sein bei den Gehältern. Offensichtlich nicht, da das Budget von sinkenden Werbeeinnahmen ausgeht und das nicht nur wegen der Konkurrenz, sondern insbesondere wegen sinkender Höher- und Seherzahlen.

Das versteht der kleine Gewerbetreibende gar nicht. Mit dem Toppersonal und der Position als Platzhirsch muss doch ein Spitzenprodukt für die Allgemeinheit und nicht nur für Parteigänger, Verwandte, Freunde, Neffen und Nichten produziert werden können. Wird aber nicht! Kern des Problems ist, dass der ORF es gar nicht notwendig hat, sich dem freien Markt zu stellen. Die Systemparteien haben es dem Medium so eingerichtet, dass Zwangsgebühren eingehoben werden, fehlende Erträge aus dem Budget regelmäßig abgedeckt werden. Warum soll sich da auch nur einer bewegen, wenn es durch Stillstand auch geht und es nur die Vertreter der Parteien entsprechend zu bedienen bedarf.

Ich weiß nicht, warum mir plötzlich das Wort Korruption in den Kopf schießt. Oder Staatspropaganda-rundfunk, böses Wort, erinnert ein wenig an DDR oder das Dritte Reich, vielleicht doch nicht, dort wurden die Lämmer auch beglückt, war zwar nicht umsonst, dafür aber zumindest kostenlos.

Wird bei uns natürlich nie eintreten, sind doch schon die ersten Gutmeinenden für die armen GIS-Zahler am Werken. GIS soll abgeschafft werden, dafür wird das Budget für den ORF vom Parlament übernommen, aus dem Bundesbudget. Gibt auch eine schlüssige Erklärung dafür: Unabhängigkeit, Kultur und Bildungsauftrag und Entlastung des Privathaushaltes durch Wegfall der GIS. Klingt echt gut, danke für die Umsichtigkeit!

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