Der Überflieger und die Stuntfrau

Foto: beigestellt

Auch Liebe verleiht Flügel. Hannes Arch und Miriam Höller. Er Air-Race-Pilot. Sie: Stuntfrau und Moderatorin. Am 2. Juli zeigt Hannes Arch bei einer Flugshow in der Excalibur City, was er in der Luft so drauf hat. alles roger? fragte nach, wie so ein mutiges Paar gemeinsam tickt. Inklusive Wordrap. Mit sieben von zehn Übereinstimmungen. Text: Martina Bauer

Stuntfrau/Moderatorin und Kunstflugpilot. Eure Stärken kennt man. Wo liegen eure Schwächen?

Miriam: Ich bin ungeduldig, emotional und perfektionistisch. Als Kind wollte ich immer schon die ganze Welt erobern und das am liebsten an einem einzigen Tag. Es gibt oft Situationen, in denen Hannes mich dann lehrt, geduldiger zu sein und rationaler zu denken. Durch seine zwanzig Jahre mehr Erfahrung im Extremsport kann ich noch sehr viel von ihm lernen.

Hannes: Nein zu sagen, ist meine größte Schwäche. Und natürlich werde ich bei Miriam schwach.

Eure Jobs sind nicht ganz ungefährlich. Hat man da mehr Sorge um den anderen als um sich selbst?

Miriam: Auf jeden Fall. Es ist wichtig, einen Partner zu haben, der einem die Freiheiten gibt, den Job und seine Leidenschaft zu leben. Dazu gehört viel Akzeptanz, aber auch Vertrauen, denn ich kenne die Gefahren in meinem Job und weiß, wie weit ich gehen kann. Hannes’ Gefahren in seinem Job einzuschätzen, fällt mir schwer. Ich kenne aber niemanden, der bewusster mit Risiko umgehen und es so handhaben kann wie Hannes. Deshalb vertraue ich auf das stille Abkommen, das wir irgendwann geschlossen haben: dass wir beide uns gesund zum Abendessen wiedersehen.

Hannes: Um mich selbst sorge ich mich eigentlich gar nicht, um Miriam schon. Das ist doch normal, wenn man jemanden liebt. Allerdings vertraue ich auch auf ihre Erfahrung, ihre Intelligenz und ihren Instinkt. Miriam ist ein Profi. Sie liebt ihr Leben und sie liebt ihre

Gesundheit.

Angst ist bekanntlich eine schlechte Begleiterin. Wie schüttelt ihr sie ab?

Miriam: Das Gefühl von Angst mag ich überhaupt nicht. Sie wurde mir schon bei meiner Stuntausbildung ausgetrieben. Stattdessen habe ich lernen müssen, aus der Angst ein Rezept zu machen und das Gefühl dann als kleinen Helfer zu sehen. Angst lässt dich erstarren, Respekt lässt dich wachsam sein, damit bist du auf den Punkt konzentriert.

Hannes: Angst ist wichtig. Man muss sie akzeptieren und den Umgang mit ihr leben. Sie zu verdrängen, wäre falsch und gefährlich. Allerdings tritt bei mir Angst nicht so schnell auf, sofern ich mich gut vorbereite.

Habt ihr Rituale vor euren Einsätzen? So etwas wie ein Gebet, einen Dank, dass ihr das heil übersteht? Muss ein Glücksbringer mit?

Miriam: Aberglaube ist nicht wirklich meins. Wenn ich mich nicht bereit fühle oder unsicher bin, trete ich einen Stunt erst gar nicht an. Ich verlasse mich in solchen Situationen auf mein Können, auf mein Gefühl und nicht auf ein Gebet oder Glücksbringer.

Hannes: Nein. Wenn schon, dann geht es darum, sich zu fokussieren. Durch mentales Training und die Erfahrung im Extremsport funktioniert das ganz gut. Wenn ich beim Red Bull Air Race in mein Flugzeug einsteige, dann sage ich immer zu meinem Techniker: „see you“ … :-)

Sie liegen derzeit beim Air Race auf Platz drei. Matthias Dolderer hat 15 Punkte Vorsprung. Läuft da alles nach Plan am Weg zum Titel?

Hannes: Bis auf die null Punkte in Abu Dhabi schon. Ich vertraue auf meine Erfahrung und die nächsten Rennen werden zeigen, wohin die Reise geht. Wichtig ist jetzt, konstant gute Ergebnisse zu fliegen.

Ist eine Flugshow wie am 2. Juli in der Excalibur City für Sie so etwas wie für andere ein Sonntagsspaziergang, oder ist es so, als würde man ein Air Race fliegen?

Hannes: Im Vergleich zu einem Air Race ist es eher ein Sonntagsspaziergang. Allerdings darf man den Respekt nicht verlieren. Auf meine Show in der Excalibur City werde ich mich ganz speziell vorbereiten. Ich freue mich schon sehr darauf.

Was machen Sie derzeit lieber, Stunts oder moderieren?

Miriam: Mein Herzblut steckt ganz klar in der Stuntarbeit. Wenn ich mit brennenden Flügeln über den Catwalk laufe, auf einem Flugzeug stehe, oder Hannes mich aus dem Helikopter schmeißt, fühlt sich das nach meiner Passion an. Das Moderieren nimmt in den vergangenen Jahren einen großen Teil meiner Arbeit ein, hier kann ich gerade bei Themen wie Abenteuer, Sport und Autos mein Können und Wissen der Stuntarbeit perfekt unter Beweis stellen. Wenn ich also zum Beispiel bei einem Autorennen moderiere oder kommentiere, ist das die perfekte Mischung.

Was ist härter: feurige Stunts oder die Erinnerung an Heidi Klums Stimme bei GNTM?

Miriam: Viele kennen mich von GNTM, weil die Sendung natürlich Reichweite hat. Ich habe es damals bewusst als Präsentationsplattform gesehen, weil ich zeigen wollte, dass man als Model nicht abgemagert sein muss, sondern auch anders glänzen kann. So ist zum Beispiel die Idee meiner Feuerflügel entstanden. Topmodel ist nur eine Sache von vielen Highlights, die ich bislang in meiner Karriere gemacht habe, mit dem reinen Modeln konnte ich mich aber nie wirklich identifizieren.

Wärt ihr nicht Stuntfrau/Moderatorin und Kunstflugpilot, was wäre der nächstliebste Job?

Miriam: Rennfahrerin.

Hannes: Bergsteiger oder Helikopter-Pilot.

Sind Kinder für euch grundsätzlich ein Thema?

Miriam: Auch wenn wir ein außergewöhnliches Leben mit verrückten Berufen führen, haben wir als absolute Familienmenschen dennoch eine sehr bodenständige Beziehung mit ganz natürlichen Wünschen für die Zukunft.

Gibt es irgendetwas, wovon ihr schon lange träumt, das ihr euch aber noch nicht erfüllt habt?

Miriam: Ich träume schon seit Längerem davon, mit Hannes in einem Heißluftballon in den Lüften zu schweben. Dieses Gefühl dort oben muss unbeschreiblich sein.

Hannes: Mehr Zeit füreinander.

Gibt es einen Plan für die Karriere nach der Karriere?

Miriam: So weit voraus plane ich gar nicht.

Hannes: Nein, ich plane nicht so gerne.

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