Drosendorf im Thayatal: ein verstecktes Juwel

Foto: Lachowi
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Um Sonne zu tanken, auszuspannen und einmal zur Ruhe zu kommen, muss man nicht weit verreisen. Österreich bietet jede Menge schöner und auch unbekannter Flecken. Ein solcher ist das Thayatal mit der idyllischen Stadt Drosendorf.


Text: Helmut Neuhold

Drosendorf hat alle Zutaten, die man zum Träumen braucht", heißt es in der Eigenwerbung des Städtchens im Thayatal im Waldviertel. Wie wahr. Immerhin ist es die einzige Stadt Österreichs, die von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben ist. Auf kleinem Raum drängen sich viele sehenswerte Gebäude und interessante Aussichtspunkte. Das Schloss hat seinen Ursprung im 12. Jahrhundert und vermittelt immer noch einen wehrhaften Charakter - so wie das Horner Tor mit seinen beiden bulligen Türmen.

Drosendorf war eine gut befestigte Stadt, die durch ihre Lage auf einer Anhöhe bei einer Thayaschleife gut gegen die aggressiven tschechischen Hussiten oder andere zu verteidigen war. Wenn man durch die kleine Stadt geht, so vermitteln die gepflegten Hausfassaden einen äußerst friedlichen Eindruck, der eigentlich im Gegensatz zu den Befestigungsanlagen rundherum steht. In Drosendorf empfiehlt sich auch ganz besonders eine Wanderung rund um die 1,7 km lange Stadtmauer mit ihren Türmen und Bastionen, die von reichlichem Grün umgeben sind und immer wieder beschauliche Ausblicke bieten.

Unweit dieses romantischen Ortes gibt es die Stadt Raabs, welche vielleicht nicht die Beschaulichkeit Drosendorfs bietet, aber doch ein sehr geschichtsträchtiger Platz ist. Von hier stammten in weiblicher Linie jene Burggrafen von Nürnberg ab, aus denen sich dann die Hohenzollern und die Könige von Preußen entwickelten. Die Tschechen bezeichnen schon lange Österreich als Rakousko, was "Raabser Land" bzw. "Land hinter Raabs" bedeutet.

 Kleinste Stadt Österreichs

Die Thaya ist ein geschichtsträchtiger Fluss, der über weite Strecken die Grenze zwischen Österreich und Böhmen beziehungsweise Mähren bildet. Hier liegt auch die kleinste Stadt Österreichs, Hardegg. Mit den eingemeindeten Dörfern hat die Gemeinde zwar 1.300 Einwohner, doch im eigentlichen "Stadtgebiet" wohnen nur 87 Menschen. Von der hoch aufragenden Burg Hardegg zieht sich bis hinunter zur Thaya die "Stadt" Hardegg, die während des Eisernen Vorhanges auch völlig von Tschechien abgeschnitten war, obwohl es am Fluss eine Brücke gab und gibt. Die Ortschaft hat Flair und Charme und es gibt auch ein wenig kulinarische Infrastruktur. Aus dem zu Hardegg gehörenden Niederfladnitz stammen immerhin zwei kulturelle Größen: Freddy Quinn und H. C. Artmann.

Im Waldviertel, mit all seiner Vielfalt, stellt die Region entlang der Thaya natürlich nur einen kleinen Bereich dar, der jedoch sehr viel zu bieten hat. Letztlich sind es Regionen wie diese, welche die Vielseitigkeit und Attraktivität unserer Heimat ausmachen.

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