Feindbild Hund

Foto: Adobe Stock
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Aktuell jagt gerade eine Horrormeldung über Hundeattacken die nächste. Ein Bub wird von einem Rottweiler totgebissen und angeblich hat ein Dackel ein Kleinkind so schwer verletzt, dass man das Opfer in einen künstlichen Tiefschlaf versetzen musste. Nun wird von der Politik scharf gegen Hunde geschossen. Viele Menschen meinen: etwas zu scharf.


Text: Roland Hofbauer 

Die Hauptstrommedien haben aktuell ein neues Lieblingsthema, natürlich neben den täglichen Regierungs- und FPÖ-Bashings, nämlich die furchtbaren Killerhunde in diesem Land. Wurde da früher noch mit Sachverstand beurteilt und gemessen, werden nun alle Hunderassen mehr oder weniger verteufelt und kriminalisiert. Im Jahr 2017 mussten in Österreich rund 3.600 Personen nach einem Hundebiss im Krankenhaus nachbehandelt werden. Knapp 17 Prozent der durch Hundebisse Verletzten sind unter 14 Jahre alt, also Kinder. Die Hälfte der Unfallopfer ist zwischen 25 und 64 Jahre alt. Und 22 Prozent der 3.600 Menschen sind älter als 65 Jahre. Die Zahlen stammen vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, aus der Freizeit-Unfallstatistik. So weit die nackten Zahlen, hinter denen mitunter auch schreckliche Emotionen stecken.

Schrecklicher Angriff

Nach dem furchtbaren Tod eines Buben durch den Angriff eines sogenannten Listenhundes, eines Rottweilers, soll es nun angeblich einen weiteren Zwischenfall mit einem Kleinkind und einem Dackel gegeben haben. Das Kind soll unbeaufsichtigt unter einem Tisch in einem Lokal von dem Hund mehrfach in Gesicht und Oberkörper gebissen worden sein. Das Opfer musste angeblich sogar ins künstliche Koma versetzt werden.  

So schrecklich wie sich der Fall darstellt, so viele Fragen wirft er auf. Was hat ein Kleinkind unbeaufsichtigt unter einem Wirtshaustisch zu suchen? Einige Experten bezweifeln, dass ein Dackel ein Kind dermaßen schwer verletzen kann, denn die Zeiten der Dackeln als Jagdhunde sind durch die Überzüchtungen lange vorbei. Warum wird lediglich der Hundebesitzer angezeigt und nicht die Eltern wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht? Es wird sogar in manchen Foren gemutmaßt, dass dieser Fall so gar nicht passiert ist, und er lediglich zum Kampf gegen Hunde pushen soll. 

Simas neueste Ideen

Federführend in dieser Causa ist Stadträtin Ulli Sima, die anscheinend den Hund als neues linkes Feindbild auserkoren hat. Sie fordert Beißkorb und Leinenzwang eigentlich für jede Rasse. Vorerst aber einmal nur für Listenhunde. Eine damit verbundene Alkoholgrenze für die Hundehalter soll ebenfalls eingeführt werden.

Die Grenze liegt analog zu Autolenkern bei 0,5 Promille. Diese Maßnahmen sind Teil der Gesetzesnovelle, die SPÖ-Stadträtin Sima und Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl vor kurzem präsentiert haben. Bei Verstößen wird streng bestraft. Hält man sich nicht an die Maulkorbpflicht - sie gilt im öffentlichen Raum überall, mit Ausnahme von umzäunten Hundezonen -, wird man zu einer Strafe von mindestens 200 Euro sowie einem sechsstündigen Training bei einem Hundetrainer verdonnert. Wird er ein zweites Mal erwischt, muss der Besitzer den Hundeführerschein wiederholen. Bereits beim dritten Mal innerhalb von zwei Jahren wird schließlich das Tier abgenommen. "Denn dann ist der Halter ganz offensichtlich nicht vertrauenswürdig", begründete Sima die Vorgangsweise. Kommt es zu einer Bissverletzung durch die Verletzung der Maulkorbpflicht, wird der Hund sofort abgenommen.

1.000 Euro Strafe

Im Falle einer Missachtung der Leinenpflicht setzt es mindestens 100 Euro Strafe. Deutlich teurer ist es, wenn Listenhundebesitzer im betrunkenem Zustand - also über der 0,5-Promille-Grenze - erwischt werden. Hier wird eine Strafe von mindestens 1.000 Euro fällig. Nun wird angedacht, den Beißkorbzwang für Listenhunde doch nicht durchzusetzen. Die Entscheidung stand zu Redaktionsschluß noch aus. Nun könnte man sich sogar die Frage stellen: wird der Hund als neues Feindbild der SPÖ auserkoren, da er auch ein Feindbild von vielen streng gläubigen islamischen Mitbürgern ist? Bei streng gläubigen Moslems gilt der Hund an sich als unrein und verhasst. Sehr oft wurden Hunde und ihre Besitzer grundlos von diversen Neubürgern attackiert. Ein Schelm, wer hier Böses denkt.

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