Frank Rosin: Bin zielorientiert, leidenschaftlich und verrückt

Foto: APA
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Frank Rosin gehört zur absoluten Elite der deutschen Fernsehköche und ist der Koch-Star mit den meisten Auszeichnungen. Seine Shows wie The Taste oder Rosins Restaurants sind Quotenhits und sein Mundwerk ist ebenso legendär wie die Hingabe zu seinem Beruf. alles roger? bat Rosin zu einem würzigen Gespräch.


Text: Roland Hofbauer

Haben Sie als höchstdekorierter Fernsehkoch Deutschlands ein Erfolgsrezept?

Eigentlich habe ich nur ein Geheimnis, und das heißt Authentizität. Ich bin einfach nur immer ich. Das merken die Menschen, darauf legen sie Wert.

 Muss man als Fernsehkoch Charme haben und beliebt sein oder reicht eine große Fresse wie bei Tim Mälzer?

Charme und Sympathie kommen immer gut an, aber auch eine große Klappe mögen die Leute. Ich bin ja auch aus dem Ruhrgebiet und sage, was Sache ist.

 Vermissen Sie Ihren alten Freund Steffen Henssler, mit dem Sie gemeinsam "Topfgeldjäger" gemacht haben? Und was haben Sie sich gegenseitig wirklich angetan? Er hat Sie ja vor laufender Kamera während Ihres Mittagsschlafes mit Wasser übergossen, oder?

Steffen ist ein Mega-Kollege und der beste Sushi-Koch Europas. Wir sind uns ziemlich ähnlich und deswegen harmonieren wir auch sehr gut. Die Sendung gibt es leider nicht mehr, aber wir haben Kontakt. Das mit dem Wasser im Schlaf stimmt übrigens, da ist noch eine lustige Rechnung offen.

 Stimmt das Vorurteil, dass alle Köche ein bisschen verrückt sind und inwiefern trifft das auf Sie zu?

Ich kann das schwer beurteilen. Das ist dasselbe wie wenn man einen Klempner fragt, ob alle Klempner verrückt sind. Der wird es auch nicht so genau wissen. Ich kann auch nicht für meine Kollegen sprechen.

 Mit welchen Fernsehköchen verbindet Sie eine richtige Freundschaft?

Tim Mälzer ist ein guter Freund, genauso wie Roland Trettl und Cornelia Poletto. Man besucht sich gegenseitig, man mag sich einfach und man fragt sich auch gegenseitig um Rat.

 Man sieht Sie nie bei Kerners Köche, woran liegt das?

Ich habe pro Jahr 150 Ausstrahlungen. Ich liebe meinen Job und bin ein Perfektionist. Ich muss nicht jeden Tag im Fernsehen sein. Obwohl ich die Formate im ZDF sehr schätze, fehlt mir einfach die Zeit.

 Sie haben mit Ihrer Serie Rosins Restaurants unzähligen Restaurants geholfen. Wie viele davon haben es wirtschaftlich wirklich geschafft?

Wir hatten im letzten Jahr eine extrem hohe Quote an Restaurants, die es geschafft haben und nicht schließen mussten. Ich nehme das sehr ernst, genau wie mein Team, und für mich ist das meine Art von Nächstenliebe. Ich gehe vielleicht nicht in die Kirche und zünde ein Kerzerl an, aber durch meine Arbeit versuche ich Gutes zu tun und andere an meinem Erfolg teilhaben zu lassen. Es gibt auch noch Kontakt mit den Gastronomen, das bleiben Arbeitskollegen.

 Von wem würden Sie sich einmal so richtig feudal bekochen lassen?

Gute Frage, denn alle meine Kollegen können irgendetwas ganz besonders gut. Aber zurzeit bin ich ein absoluter Fan von Roland Trettl. Er ist einfach unglaublich spontan und kreiert Dinge, von denen andere Köche nicht einmal zu träumen wagen. Ansonsten würde ich mich von meiner Frau bekochen lassen. Jetzt habe ich aber Pluspunkte gesammelt, das ist auch bitter nötig. (lacht)

 Gibt es Geschmackstrends, die Ihnen überhaupt nicht zusagen?

Ja ganz klar: Kochen, um tolle Food-Fotos vom Ergebnis zu machen. Hier vergessen die jungen Köche ganz klar, dass es nicht nur auf die Optik der Speisen ankommt, sondern natürlich auch auf den Geschmack. Das ist ein Trend, mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann.

 Wie kommt es, dass Sie noch nicht bei Kitchen Impossible angetreten sind?

Kitchen Impossible ist die zurzeit beste Koch-Show der Welt. Diese Sendung gehört ganz Tim Mälzer und das soll auch so bleiben. Mir würde auch ganz ehrlich die Zeit dafür fehlen.

 Wie schafft man es trotz der vielen TV-Präsenz noch eigene Restaurants zu betreiben?

Hier steht meine ganze Belegschaft wie meine Familie hinter mir. Teilweise arbeiten meine Köche seit über 18 Jahren bei mir und sie leben meine Philosophie und meine Kochkultur. So kann man meine Abwesenheit auch kompensieren. Ich rate im Übrigen jedem Koch, der seine Familie mit seinem Beruf ernähren will, sich vielseitig zu vermarkten.

 Wie würden Sie sich mit drei Worten beschreiben?

Zielorientiert, leidenschaftlich, verrückt.

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