G7-Gipfel der Kabarettisten

Foto: Tino Ranftl
Foto: Tino Ranftl

alles roger? berief den G7-Gipfel der Kabarettisten ein. Gabriela Benesch, Alexander Bisenz, der Schweizer Erich Furrer, Christoph Fälbl, die Kernöl-amazonen Caroline Athanasiadis und Gudrun Nikodem-Eichenhardt sowie Jürgen Vogl stellten sich an unserem runden Tisch brisanten Fragen, die Österreich derzeit bewegen.


Text: Martina Bauer 

Ist Österreich wirklich zu einer Bananenrepublik verkommen?
A. Bisenz: Wenn, dann ist Österreich zu einer Kürbis-, Weintrauben- oder Knackwurschtrepublik, verkommen. Viele glauben ja, dass das gv in der Mailadresse der Regierung für Grüner Veltliner steht. Das Problem ist, dass der Neid bei uns so gepflegt wird, dass wir sogar an den eigenen Stühlen sägen. Wir haben keinen Selbstwert und jammern sogar darüber.
C. Fälbl: Der Österreicher übertreibt ganz gern und hat kein Selbstwertgefühl. Aber die Wahlproblematik gab es schon vorher. Das ist nicht neu. Jetzt hat das Thema halt grad gut reingepasst.
G. Benesch: Selbst wenn eine Wahl wiederholt wird, muss das legitim sein.
E. Furrer: Die Österreicher sind nicht weniger Bananenrepublik als die Schweizer. Dort steht die Banane im Supermarkt bei der Waage auch auf Taste eins.
G. Nikodem-Eichenhardt: Eigentlich sind wir ja eine Apfelrepublik. Der Apfel müsste bei der Waage auf Platz eins stehen, nicht die Banane.
C. Athanasiadis: Meine Cousine lebt in Amerika. Von der weiß ich, dass Österreich als Gradmesser für die Entwicklung Europas gesehen wird. Seit der Cover-Story im Time-Magazin glauben die ja, dass wir die Flüchtlinge hier einsperren.

Wie kann man in der Asylproblematik einen Konsens finden? Darf man über das Thema noch Witze machen?
A. Bisenz: Merkel hat vielleicht damals mit dem Friedensnobelpreis spekuliert. Im Gespräch war sie ja. Und da hat sie sich offenbar verspekuliert. Wenn wir zum Beispiel in Istanbul für Kern demons-trieren würden und noch eine Live-Schaltung nach Österreich fordern, dann bezweifle ich, dass das reingehen würde. Ich bin viel im arabischen Raum und kenne deren Spielregeln. Da darf man gar viel nicht. Wer hier leben möchte, muss sich auch unserer Kultur anpassen.
G. Nikodem-Eichenhardt: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politiker gar nicht wissen, was da abgeht. Dass die nicht wussten, was auf uns zukommt.
G. Benesch: Ich glaube, dass das gesteuert ist, um Europa zu destabilisieren. Da gibt es diese fünf großen Familien, die alles beherrschen und ihre Interessen vertreten. Darum wollen auch die Amis einen eigenen Gerichtsstand in Europa durchsetzen. Das hat alles System. Wir müssen immer lauter werden und dürfen nicht den Mund halten.
C. Athanasiadis: Witze kann man darüber eigentlich nicht mehr machen. Das ist zu gefährlich.
C. Fälbl: Wir müssen unser Publikum schützen.
A. Bisenz: Da machst du vielleicht einen Witz und irgendein Wahnsinniger sprengt dir in der nächsten Vorstellung ein paar Reihen weg. Ich habe mich ganz bewusst nie zum Islam geäußert. Wir müssen vorsichtig sein und dürfen unser Publikum nicht gefährden. Aber zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.

Wer kritisch hinterfragt, wird sofort ins rechte Eck geschoben oder als Verschwörungstheoretiker diffamiert. Die Kommunikation wird dann oft gleich ganz eingestellt. Hat der Dialog seinen Stellenwert verloren?
G. Nikodem-Eichenhardt: Wir demontieren uns doch seit Jahren gegenseitig. Dabei macht es Sinn, wenn man sich austauscht. Derzeit gilt mehr: Wenn du nicht für mich bist, bist du gegen mich. Es muss aber jedes Argument gültig sein. Dialoge sind wichtig. Ich verbanne Andersdenkende nicht aus meinem Umfeld, weil ich mich ja nur so weiterentwickeln kann. Durch diese ganze Kommunikation per SMS und auf sozialen Plattformen fällt aber die physische Ebene weg, die ganze Körpersprache, und die Leute interpretieren viel zu viel anstatt sich wirklich mit den Menschen auseinanderzusetzen.
C. Fälbl: Der Dialog hat einen viel zu geringen Stellenwert. Wenn du nur innerhalb deines Netzwerkes bist und immer die gleichen Meinungen hörst, kannst du dich nicht weiterentwickeln. Das geht nur mit Leuten die auch anders denken. Nachfragen gibt es ja kaum mehr. Es wird sofort das Urteil gefällt.
J. Vogl: Die Themen sind mittlerweile so komplex und so schwierig, dass sie kaum mehr zu verstehen sind. Seit Snowden wissen wir, dass wir abgehört werden, aber wir diskutieren über ganz andere, viel unwichtigere Themen. Wir aus dem Altersheim Europa müssten uns fragen, ob wir mit den ewig Gestrigen über die Zukunft diskutieren wollen. In Wahrheit haben wir ganz andere Sorgen.

Welche zum Beispiel?
G. Benesch: Warum sind Politikergehälter eigentlich so hoch?
C. Fälbl: Ein Manager kriegt ja auch einen Bonus, wenn er 3.000 Leute rausschmeißt.
G. Nikodem-Eichenhardt: Die verkaufen doch nur Profit. Völlig wurscht, was sie verkaufen.
A. Bisenz: Es wird Gerechtigkeit plakatiert und Ungerechtigkeit gelebt. Ich hab ja lange die SPÖ unterstützt. Aber jetzt denke ich, dass 80 Prozent den Kern nicht verstehen. Der schaut gut aus und redet schön, aber die Leute verstehen das nicht. 90 Prozent meiner Programme waren ein Riesenerfolg. Der Rest ist durchgefallen. Wir können lustig sein nicht verordnen. Wenn du eine Wuchtel verschneidest, dann schmeißt du sie weg. Wenn Politiker Fehler machen, steigen sie auf. Der Kern hat doch noch nicht mal einen Würschtelstand mit schwarzen Zahlen geführt. Ich hab kürzlich mit dem ehemaligen Politiker Taus geredet. Der hat mir erzählt, dass in den 70er-Jahren jeder Politiker noch ein Handwerk gelernt haben musste. Heute werden Politiker wie die Laberl beim McDonald's rausgestampft. Die machen sich schon im Sandkasten aus, dass sie Lobbyisten werden. Die haben eine Arbeitsgruppe für eine Arbeitsgruppe für eine Arbeitsgruppe. Wenn wir so arbeiten würden, könnten wir in 30 Jahren ein halbes Programm schreiben. Das ist alles ein Witz. Wenn Eugen Freund glaubt, dass ein Arbeiter mit 4.000 Euro heimgeht, und im EU-Parlament sitzt, dann ist das ein Wahnsinn. Aber es war ja mit Vranitzky auch ein Banker Bundeskanzler. Obwohl die Länderbank mit Steuergeld gerettet wurde. Das Geld ist einfach immer netto, also net do. Die verspekulieren doch die eigenen Enkelkinder. Die Zukunft der Kinder liegt bei Kern und Mitterlehner. Die müssen doch noch ein Gewissen haben. Wo ist dieses Gewissen? Die blenden das einfach aus.
C. Fälbl: Die Medien manipulieren ja. Man müsste die Medien dazu verdonnern, nur positive Nachrichten zu bringen.
G. Benesch: Klar manipulieren die Medien. Ich weiß noch, wie sie propagiert haben, wie hip es ist, Single zu sein. Das haben die doch nur gemacht, um die Wirtschaft anzukurbeln. Was ist denn daran hip? Es haben immer weniger Beziehungen funktioniert. Es gab immer weniger Familien und Kinder.
C. Fälbl: Beziehungen zerbrechen, weil die Gesellschaft lernt, dass alles austauschbar ist.
E. Furrer: Wir gehören alle zusammen und sind dennoch Individuen. Jede Demokratie ist nur bedingt gut. Komplexität kann man sich nicht über Meinungen anschauen. Die Welt ist eine Schule und wenn das die Kulturen beherzigen und fördern würden, dann wäre was Wesentliches getan.

Viele Menschen sind von Existenzängsten geplagt und können sich tatsächlich immer weniger leisten. In den 70er-Jahren waren die Verhältnisse eher bescheiden. Dennoch konnte eine dreiköpfige Familie von einem Arbeitergehalt leben. Wenn heute nicht beide Eltern arbeiten, geht sich das kaum aus.
G. Nikodem-Eichenhardt: Das liegt aber auch daran, dass sich der Standard enorm erhöht hat und niemand mehr bescheiden leben möchte. Ich habe keinen Fernseher, und wenn ich das sage, schauen mich alle an, als wäre ich aus einer anderen Welt.
G. Benesch: Ein großer Teil unserer Probleme ist der Zerfall der Familien. In einer Großfamilie hat die Altersarmut keine Chance. Auch die Versorgung der Kinder wäre nicht mehr so ein Problem. Durch den Zerfall der Familie fällt auch das Lernen von den Generationen weg. Wir haben so viel verlernt, weil die Familien zerrissen wurden. Das hat auch viel mit Lifestyle und Konsum zu tun.
A. Bisenz: Es gibt ja keine familienfreundliche Politik mehr. Ständig wird der Emanzipations- und Selbstverwirklichungswahn propagiert.
C. Athanasiadis: Die Österreicher erwarten, dass sich der Staat um alles kümmert und alles erledigt.
A. Bisenz: Ja, weil sie den Leuten die Selbstständigkeit und die Eigenverantwortung ausgetrieben haben.
G. Benesch: Das ist eine beabsichtigte Entmündigung
G. Nikodem-Eichenhardt: Die Leute haben vergessen, dass die Kinder das tun und für richtig halten, was man ihnen vorlebt. Wenn ich hektisch versuche 25 Termine an einem Tag unterzubringen, wird mein Kind das für normal halten. Das glaubt dann, das gehört so.
J. Vogl: Den Standard der 70er-Jahre könnten sich die Menschen schon leisten, aber das wollen sie nicht mehr. Das ist ein gesellschaftspolitisches Phänomen.
C. Fälbl: Genau! Weil sich die Menschen fast nur mehr über materielle Güter definieren.

Was läuft denn falsch bei uns?
A. Bisenz: Die Regierung kommt mir vor wie in einer Ehe. Wenn es nicht mehr geht, dann muss man sich eben trennen. Aber die zerfleischen sich auf dem Rücken der Leute. Der Strache braucht ja gar nichts zu tun. Der kann die Leute mit dem Shuttle-Bus abholen. Die Qualifikation der Kanzler wurde von Dekade zu Dekade schlechter. Politiker wissen ja gar nicht mehr, wofür sie abgestimmt hab. Die schaffen unsere Wertegesellschaft ab und verarschen die Leute mit der Inflation. Klein- und Mittelbetriebe werden ausgerottet und dafür sind die Regierenden verantwortlich
J. Vogl: Diese Zerrissenheit. Die einen sagen, wir sind eine Welt. Die anderen sind gegen die Globalisierung.
G. Nikodem-Eichenhardt: Man muss das System beleuchten und fragen, wie man es besser machen kann. Die Leute geben gerne die Verantwortung ab. In einer Bananenrepublik müssen sich die Menschen aber tatsächlich überlegen, wo sie ihr Brot herbekommen.
G. Benesch: Die Frau müsste in Summe zehn Jahre mehr arbeiten, also bis 75, um im gleichen Job so viel zu verdienen wie der Mann.
A. Bisenz: Ich frage mich sowieso, wie viele Regierungen es noch braucht, bis die Frau das gleiche verdient wie der Mann.
C. Athanasiadis: Derzeit ist mein Mann in Karenz. Dafür muss er sich blöd anreden lassen. Und wenn ich wo ohne Kind auftauche, werde ich immer gefragt, wo mein Kind ist. Einem Mann stellt diese Frage niemand.
C. Fälbl: Kinder zu bekommen ist mittlerweile ein gesellschaftlicher Status.
G. Nikodem-Eichenhardt: Frauen demontieren sich seit Ewigkeiten selbst. Solange die nicht zueinanderstehen, wird sich nicht viel ändern.

Wenn ihr die Möglichkeit hättet, einen Antrag zu einem neuen Gesetz oder einer Gesetzesänderung in den Nationalrat einzubringen, welcher wäre das?
A. Bisenz: Ich würde zuerst beantragen, dass Frauen das Gleiche verdienen wie Männer. Außerdem sollte man endlich wieder die Demokratie einführen, mit Volksbefragungen so wie in der Schweiz. In Österreich zieht sich alles wie ein Kaugummi. Es gibt zwar Gesetze, aber es schaut eh keiner drauf.
G. Benesch: Ich würde auch die Abschaffung des Auseinanderklaffens der Einkünfte einbringen. An einem Theater in Wien hat ein Kollege um 500 Euro mehr verdient als ich, obwohl ich die Hauptrolle hatte. Im Schulbereich wäre ich dafür, dass das Pflichtfach Ethik eingeführt wird, für die Herzensbildung. Und dann würde ich noch die Offenlegung der Verwendung von Steuergeldern fordern, so wie das in der Schweiz gemacht wird. Ich habe auch ein Pro-blem damit, dass unsere Kultur nicht mehr gefördert werden kann, aber eine Milliarde mehr für Flüchtlinge ausgegeben wird. G. Nikodem-Eichenhardt: Ich würde beantragen, dass 2:1 Entscheide einfach gelten und zu akzeptieren sind. Egal wie man dazu steht. Das Streiten muss ein Ende haben. Es soll lösungsorientiert gearbeitet werden. Beim Bildungsplan würde ich auch aufräumen. Ich bin auch dafür, dass Ethik auf dem Lehrplan stehen sollte. Wir wissen gar nicht, wo die Gelder hingehen.
C. Fälbl: Ich bin für eine leistungsorientierte Bezahlung von Politikern. Und die Ausgaben sollten transparent gemacht werden. So wie jede Hausverwaltung ihre Ausgaben transparent auflisten muss.

Ist die EU gescheitert?
C. Fälbl: Das hoffe ich nicht!
C. Athanasiadis: Nein, gescheitert ist sie nicht. Es ist aber ein Problem, dass sie eine Wirtschaftsunion ist und keine Menschenunion.
J. Vogl: Nein!
G. Nikodem-Eichenhardt: Nein, aber die Wirtschaft steht im Vordergrund und nicht der Mensch.
G. Benesch: Der Friedensgedanke war ursprünglich gut. Anhand von Bosnien sieht man aber, dass das gar nicht geklappt hat. Alle Konzerne und großen Marken sind heute in Bosnien vertreten. Die Menschen dort können sich aber oft nicht einmal ein Ei leisten. Ich war oft dort und habe gesehen, wie elf von zwölf Kassen in Einkaufstempeln geschlossen waren. Die Menschen können sich das einfach nicht leisten. Und sie haben ihnen die Möglichkeit genommen, sich selbst zu versorgen. Das ist die Handschrift der EU. An dem ist die EU gescheitert. Wie sie über die Menschen drüberrasselt, das ist unmöglich. Wie gerne würden viele Menschen am Land leben, aber sie können es sich einfach gar nicht mehr leisten.
A. Bisenz: Ich bin mir nicht mehr sicher. Brüssel ist das Gut Aiderbichl Europas. Alle, die man daheim nicht mehr braucht, kommen nach Brüssel. Die EU ist doch in der Form nur für Konzerne gemacht. Dass es nie wieder Krieg geben soll, das unterschreib ich sofort. Ich bin nicht rechts, aber ich glaube, dass sie so, wie sie jetzt dasteht, einfach gescheitert ist. Was sollen denn die Menschen in Griechenland noch einsparen? Die Griechen und die Mi-granten können ja froh sein, dass es dort keinen Winter gibt, sonst würden die sterben wie die Fliegen. Es ist doch alles ein großer Fake. Die Bilanzen sind gefälscht. Ich frag mich nicht mehr ob, sondern nur mehr wann das System in die Luft fliegt. Das ist jetzt vielleicht arg, aber ich glaub, dass die aus dem Buch Mein Kampf abgeschrieben haben. Sie brauchen heute aber keine Panzer mehr. Die drücken auf einen Knopf und ,raten? einen Staat runter. Das machen sie so lange, bis er kaputt ist. Das ist der Dritte Weltkrieg.
G. Benesch: Enteignung hat doch System. Erst geben Banken Jungfamilien billige Kredite, die kaufen sich Grundstücke oder Häuser, danach kommt die Finanzkrise, Kredite werden fällig gestellt und die kann keiner bedienen. Hinzu kommt noch Arbeitslosigkeit und schon gehören die Häuser der Bank.
E. Furrer: Alles ist dynamisch. Also wird sich auch die EU auflösen.

Plötzlich sind alle links oder rechts - nimmt das Schubladendenken überhand?
G. Nikodem-Eichenhardt: Der Begriff Heimat wird zum Beispiel in unserer Sprache entwertet. Heimat und Macht werden so von außen bewertet. Es liegt aber an mir, das zu bewerten. Gandhi zum Beispiel war ein mächtiger Mensch. Es kommt darauf an, wie man diese Begriffe besetzt. Auch Kollegen demontieren sich gegenseitig, indem sie sich bewerten. Einer ist zu kommerzig, der andere zu intellektuell. Ich hab mit Schlagern nicht viel am Hut, aber es ist doch nicht an mir zu bewerten, ob das gut oder schlecht ist.
G. Benesch: Uns sagt man oft nach, wir sind Eso-Trottel oder Öko-Tussis und nicht erdig, dass wir mit der Realität nichts zu tun haben, aber das stimmt ja nicht. Durch die ganzen Realityshows wurde den Menschen das wachsame Auge genommen. Im TV gibt es immer weniger Qualität. Da sind viele Laien auf den Bildschirmen zu sehen. Bildungsfernsehen wird immer rarer. Wir können uns keine Meinung mehr bilden. Das ist eine ganz schreckliche Entwicklung für die Bildung und für die Qualitätsentscheidung.
G. Nikodem-Eichenhardt: Ich koche Rote Rüben und mache daraus Salat. Auch beim Einkaufen schaue ich drauf, dass ich Österreich stärke. Man muss sich einfach eine Meinung bilden und dazu braucht man auch andere Meinungen.

Was wäre, wenn HC Strache Bundeskanzler wird?
C. Athanasiadis: Also ich würde nicht auswandern. Das ist ein Blödsinn. Ich möchte auch wissen, was er dann anders macht. Ich möchte sehen, ob und wie er alle Flüchtlinge ausweist. Ich möchte sehen, wie die Familie gestärkt wird. Er will ja den Alten was wegnehmen, den Alleinerzieherzusatz streichen und Frauenhäuser schließen.
E. Furrer: Es würde sich nichts ändern. Ich möchte sehen, was die Menschen dann machen.
G. Nikodem-Eichenhardt: Mir ist es egal, wer Bundeskanzler wird. Er soll einfach realistische Aussagen tätigen und die auch umsetzen.
C. Fälbl: Ich möchte es nicht drauf ankommen lassen, weil ich glaube, dass das sehr gefährlich ist.
A. Bisenz: Wie sich die Blauen bereichert haben, als sie kurz an der Macht waren, das haben wir ja schon einmal gesehen. Wie sie damals gepackelt haben, mit dem Ozwicktn und dem Karl-Heinz Grasser. Der ist vom Sternzeichen Oasch-loch und im Aszendenten falsche Sau. Das kannst du so schreiben, wenn du dich traust. Ich sag das auch so in meinem Programm. Die von damals sind ja auch heute noch nicht alle weg. Die Hypo Alpe Adria haben wir den Blauen zu verdanken. Herr Strache hat ja noch nie was geleistet. Zu sagen, was Oasch ist, ist einfach.
G. Benesch: Ob ich dafür bin oder nicht, das ist ganz egal. Ich lasse mich nicht vor den politischen Karren spannen. Ich finde generell, dass Künstler nicht so meinungsmachend sein sollten. Ich glaub auch nicht, dass er es wird. Ich glaube, dass Hofer Bundespräsident werden kann. Die Grünen haben in Wien viele Wähler verschreckt. Da haben die Leute ja bereits den Strache gewählt, aber die Roten haben das negiert. Ich kenne die Wiener. Die haben jetzt eine Wut, die richtig geschürt wurde. Die sagen sich, dann wählen wir jetzt erst recht den Hofer. Damit ist dann den Blauen aber die Dynamik genommen. Darum wird Strache nicht Bundeskanzler
G. Nikodem-Eichenhardt: Ich kapier das überhaupt nicht, dass man in einer Demokratie nicht das umsetzt, was das Volk wählt. Wenn Rot/Blau ersichtlich ist, muss das auch umgesetzt werden. Da denke ich mir dann auch, dafür bekommen die bezahlt? Für mich ist es auch oft mühsam, wenn ich mit anderen diskutieren muss. Ich zahle ja für die Lösung, aber die gibt es wohl nicht. Das gibt wieder Raum für Verschwörungstheorien.
G. Benesch: Sie ignorieren die Wähler, das macht die wütend. Die gehen einfach mit der Partei zusammen, die verloren hat.

Was wäre denn die Alternative zur Demokratie? Viele rufen ja nach einem starken Mann ...
G. Benesch: Man ruft nach dem starken Mann? Und nach der starken Frau ruft niemand?
C. Fälbl: Die Demokratie ist noch das beste System unter den schlechten. Der Ruf nach dem starken Mann ist witzig. Warum? Weil man sich vor der starken Frau fürchten muss?! Und viele tun das auch.
C. Athanasiadis: Wie das in Kanada ist, finde ich gut. Die besetzen ihre Ministerposten mit Leuten, die diese Berufe auch gelernt haben. Die kennen sich aus in ihren Bereichen.
E. Furrer: Der Mensch will sich einfach entwickeln.
G. Nikodem-Eichenhardt: Wenn ein Leistungssystem vorgegeben wird, dann muss der Mensch das lernen, aber jeder will sich entwickeln. Das System schwächt sie. Sie werden müde und wollen sich keine Gedanken mehr machen. Da sind wir wieder bei dem Thema Eigenverantwortung.
E. Furrer: Das viele Jammern fördert vielleicht auch einmal eine Bestandsaufnahme. Was ist tauglich und was nicht. So wie man das bei sich selbst in Bezug auf Körper, Geist und Seele macht. Man muss sich auch mal erinnern. Was haben wir gemacht? Was war gut? Wo können wir uns verbessern? Nur so geht es weiter nach oben. Das Leben ist ein Prozess.

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