Greta Thunberg, von der Graswurzel-Bewegung zur Klima-Göttin

Foto: beigestellt - Felix Baumgartner
Foto: beigestellt - Felix Baumgartner

Bekannt geworden ist die 16-jährige Schwedin durch ihre "Fridays for Future"-Bewegung, bei der jeden Freitag der Verkehr in Europas Großstädten zum Erliegen kommt. Kollektives Schulschwänzen gehört natürlich auch dazu, ist aber dem Vernehmen nach kein Problem, da es sich um eine gute Sache handelt.


alles roger?-Kolumne von Felix Baumgartner

Also liebe Schüler, wenn sich jemand von euch freitags den Gelbwesten-Protesten anschließen möchte ist das völlig okay. Aber nun mal im Ernst: die Jugend hat also endlich ihre Vorliebe zum Klimaschutz erkannt. Das sehe ich durchaus positiv, denn wir haben nur diesen einen Planeten und den gilt es zu schützen. Trotzdem wird die Klimaerwärmung weiter unaufhaltsam voranschreiten, egal was der Mensch auch unternimmt, die Erderwärmung wird kommen. Ich halte es für wichtiger, dass wir uns Gedanken machen, wie wir damit umgehen.

Handelt es sich bei Greta Thunberg um eine überzeugte Klimaschützerin, oder ist es nur eine geschickt eingefädelte Marketingkampagne, mit dem Ziel die Klima-Hysterie weiter voranzutreiben? Darf man Kinder vorschieben, weil diese für ihr Anliegen mehr Sympathie, Mitgefühl und Aufmerksamkeit bekommen?

Weltuntergangsstimmung

Es sieht ganz danach aus. Denn Greta Thunberg wirkt zwar gut vorbereitet, liefert trotzdem keine echten Fakten, dafür aber sehr viel Hysterie, und die ganze Diskussion ersäuft in Emotionen. Frei nach dem Motto: Wer nicht für das Thema ist, ist gegen Greta und damit gegen das Kind.

Sie und ihr nebulöses grünes Bauchgefühl verbreiten Weltuntergangsstimmung.

Sie ist Europas linke Antwort auf die alten weißen Männer aus den USA. Eine junge weiße Frau aus Schweden, mit besorgter Miene und geflochtenen Zöpfen. Angetreten um mit erhobenem Zeigefinger die Erwachsenen und deren abgefuckte Welt zu verändern.

Wir sollten aber eines nicht vergessen: Greta Thunberg ist nicht durch ein Wunder zur Klima-Ikone geworden, sondern die Presse hat sie dazu gemacht und spannt die junge Schwedin gerne vor ihren medialen Karren. Deshalb wurde Greta auch vor Kurzem in Deutschland die Goldene Kamera verliehen. Ich wusste gar nicht, dass sie einen Film gedreht hat oder irgendwo Regie führte.

Egal, denn wenn die Zuschauerzahlen seit Jahren schwinden und die Goldene Kamera eigentlich keiner mehr sehen will, ist Kreativität beim Veranstalter gefragt.

Und so tat Thunberg am Samstagabend zur besten Sendezeit, was sie am besten kann: sich mit Inbrunst für eine bessere Klimapolitik einsetzen. "Unser Haus brennt", erklärte die junge Schwedin, nachdem sie den Ehrenpreis entgegengenommen hatte. Jeder im Saal sei aufgefordert, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Das Publikum applaudierte minutenlang und war begeistert.

Augen auf bei der Sponsor-Wahl

Kurze Zeit später ehrte die Jury dann noch die Nachwuchsschauspielerin Milena Tscharntke als bestes Nachwuchstalent. Für die 22-Jährige hatte man sich eine Überraschung überlegt, und so überreichte der Moderator dem Nachwuchstalent die Schlüssel für einen VW T-Cross.

Der Haken an dieser Geschichte: Der Mini-SUV von Volkswagen hat keinen Elektromotor, sondern einen Dreizylinder-Verbrennungsmotor und ist nicht unbedingt für seine Sparsamkeit bekannt. Ja, das ist genau mein Humor.

Zuerst ein Klimaplädoyer von Greta Thunberg, um kurz danach einen SUV zu verschenken. Schönes Klima-PR-Eigentor, liebe Herren von Volkswagen. Hat das Marketing Budget für einen Audi E-Tron nicht gereicht, oder ist euer Bemühen, nach dem Dieselskandal, um ein ökologischeres Image doch nicht so ernst gemeint?

Instagram sagt mehr als tausend Worte

Apropos ernst gemeint: Wie ernst meint es der Grünen-Politiker Cem Özdemir, der auf Instagram freudig ein Bild von sich in den Anden von Chile postet? Wie ist er dorthin gekommen? Wird ja wohl nicht geschwommen sein? Oder die bayrische Grünen-Chefin Katharina Schulze, die sich laut ihrem Instagram-Posting gerne im LA-Urlaub einen Eisbecher gönnt, Plastiklöffel inklusive.

Die Königin dieser Scheinheiligkeit ist aber die 22-jährige deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sagte sie doch noch vor Kurzem in einer deutschen Sendung: "Wir sind in der größten Krise der Menschheit und können nicht zusehen, wie andere Menschen unsere Zukunft an die Wand fahren." Ein Kurzbesuch auf ihrem Instagram-Account zeigt, dass die angeblich bemühte Klimaaktivistin die Zukunft der Menschheit zwar nicht an die Wand fährt, dafür aber umso mehr an die Wand fliegt.

"Tempel-Hopping" in Südostasien, Urlaub in Hongkong oder Afrika sind eine willkommene Abwechslung vom Klima-Demonstranten-Stress. Man muss schon sehr blöd sein, wenn man für ein besseres Klima auf die Straße geht, im Urlaub mit dem Flugzeug um die Welt jettet und es dann auch noch stolz auf Instagram postet.

Diese Beispiele zeigen einmal mehr, dass die Teilnahme am "Fridays-For-Future"-Gottesdienst von Greta Thunberg einfacher ist, als nicht mehr zu fliegen, Auto zu fahren oder Fleisch zu essen. Dann doch lieber drei Stunden jubeln, demonstrieren und kollektiv Schule schwänzen.

Ich glaube, "Fridays for Future" sind so etwas wie das Woodstock des 21. Jahrhunderts, nur ohne Musik.

Dann doch lieber

Felix for Future.

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