Huch ? schon wieder Song Contest!

Foto: beigestellt

Kiew ist vom 9. bis 13. Mai Austragungsort des Eurovision Song Contest. Während ihn die meisten Österreicher so wichtig nehmen wie einen umgefallenen Reissack, ist er für Schwule Kult. 


Text: Klaus Faißner

"Feiert die Vielfalt" heißt das Motto heuer in der Ukraine. Klingt ein bisschen nach "Refugees welcome" - ein Spruch, der nach vielen Verbrechen von Asylanten inzwischen nicht mehr in Mode ist. Doch die "Vielfalt" und Feierlaune hören beim Song Contest auf, sobald Russland ins Spiel kommt. Dessen diesjährige Vertreterin, die querschnittsgelähmte Julia Samoilowa, erhielt von der ukrainischen Regierung Einreiseverbot. Russland sagte daraufhin ganz die Teilnahme ab. 2014 hatte das Publikum die beiden russischen Teilnehmerinnen so heftig ausgebuht, dass beim darauffolgenden Song Contest 2015 in Wien erstmals eine "Anti-Buhruf"-Technologie installiert wurde. Zensur der Feindseligkeit also. Angeblich ist es hier um die Toleranz der Toleranten deswegen so schlecht bestellt, weil Russland sich die Halbinsel Krim wieder einverleibte. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil Russland mit Staatspräsident Putin Familien und das Christentum fördert anstatt Homosexuelle. Denn: Anfang der 1990er-Jahre wurde der Song Contest von Homosexuellen für sich vereinnahmt. Die Rede von "der schwulen Weltverschwörung, hier trifft sie zu", meinte die linksextreme deutsche Tageszeitung (taz) zum alljährlichen Wettträllern. Laut einem indischen Homo-Magazin ist es "das schwulste Ereignis der Welt" - viele Regenbogenfahnen im Publikum scheinen das zu bestätigen.

Männliche Fans zu 78 Prozent schwul

Huch! Der Song Contest steht wieder vor der Tür. 78 Prozent der männlichen Fans dieser Veranstaltung sind schwul, ergab eine Studie des Politikwissenschafters Maximilian Bauer. Ähnlich hoch schätzte Conchita Wurst diesen Wert. Gesanglich ist er beziehungsweise sie in Vergessenheit geraten, als Frau mit Männerbart kennt sie aber jeder. Oder als Mann mit Frauenkleidern, wie man will. Was bis vor Kurzem als abstoßend galt, hoben die Hauptstrommedien in den Olymp. Die Gender-Feministinnen konnten jubeln: Endlich ist die Biologie abgeschafft. Jeder kann sich das Geschlecht aussuchen, es nach Belieben wechseln oder gar keines haben. Traditionelle Werte sowie die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau sind hier ein Feindbild. "Ihr wurdet gewarnt", heißt es im Text, mit dem Neuwirth alias Wurst den Song Contest 2014 gewann.

Der österreichische Beitrag kommt heuer übrigens vom Tiroler Nathan Trent, der mittels Schmusesong in die Luft geht (Titel: Running on Air). Bestimmt hat das der ORF, undemokratisch und ohne Publikumsbeteiligung. Zum Favoritenkreis zählt Trent nicht, dafür aber Francesco Gabbani aus Italien, der auf der Bühne einen Affen tanzen lässt. Für "Vielfalt" aus Sicht der Song-Contest-Gemeinde sorgt Slavko Kalezic aus Montenegro, der gerne in Stöckelschuhen auftritt und sich im Wettbewerbslied feuchten Homo-Träumen hingibt. 

Ein "Schas"

Auch wenn es sich nur ORF-Moderator Andi Knoll öffentlich auszusprechen traute: Für die meisten ist der Song Contest ein "Schas". Austropopper Wilfried wusste das schon vor 29 Jahren, als er mit null Punkten Letzter und seine Karriere jäh gestoppt wurde. Ob ihm das mit Frauenkleidern auch passiert wäre?

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