"Ich träume davon, einmal den WM-Pokal zu gewinnen"

Foto: Steindy
Foto: Steindy

Mit Chancen auf sein zweites Triple mit Triumphen in Champions League, deutscher Bundesliga und DFB-Pokal schaute David Alaba in schicken, weißen Gucci-Schuhen an einem Februar-Sonntag einmal kurz im Wiener Rathaus vorbei. Für seinen Werbepartner Coca-Cola zur Präsentation des Original-WM-Pokals. Bayern hat in der Bundesliga einen so großen Vorsprung, dass es den Titel praktisch verteidigt hat, trifft im Semifinale des Pokals auf Bayer Leverkusen, hat in der Champions League mit Besiktas Istanbul eine Hürde, die zu nehmen ist. Peter Linden hat für alles roger? mit Österreichs Fußball-Aushängeschild gesprochen ? und ihm ein verwegenes Ziel entlockt.


Interview: Peter Linden


Spürt David Alaba schon wieder die Triplestimmung wie vor fünf Jahren unter Heynckes?

Darüber zu reden ist jetzt viel zu früh. Das ist noch ein weiter Weg bis dorthin. Und wir wissen alle, wie schwer er wird. Da machen wir uns nichts vor.

Aber verleitet der Riesenvorsprung in der Bundesliga nicht dazu, ohne Druck die Sache etwas lockerer zu nehmen?

Es gibt da falsche Vorstellungen. Okay, wir sind zwar klar voran. Aber keiner unserer Siege fiel uns leicht. Kein Gegner salutiert von vornherein gegen die großen Bayern ab, sondern wirft alles raus, was er hat. Egal wie der heißt. Von Dortmund bis Mainz. Und wir sind bei Bayern keine Ansammlung von selbstzufriedenen, verwöhnten Spielern. Da ist ein einmaliger Zusammenhalt von Leuten, die hungrig nach Erfolgen sind, egal wie viele sie schon miteinander gefeiert haben. Das merkt man bei jedem Training. Wir pushen uns gegenseitig. Und es macht uns unheimlich Spaß, nach Möglichkeit jedes Match zu gewinnen."

17 Titel seit 2010 mit Bayern gewonnen. Und dabei erst 25 Jahre jung. Was sind da die nächsten Ansprüche? In deutschen Medien liest man viel vom Sprung zum Führungsspieler.

So viele Titel hab' ich schon? Net schlecht. Ich stelle immer den Anspruch an mich selbst voranzukommen, mich weiterzuentwickeln. Meine Meinung wird bei Bayern schon jetzt gehört. Ohne dass ich als Führungsspieler bezeichnet werde. Aber es stimmt, ich möchte mehr Verantwortung als bisher übernehmen."

Der David Alaba scheint in der zweiten Ära von Jupp Heynckes noch besser zu funktionieren als in den drei Saisonen unter Pep Guardiola, die ja für Ihre Entwicklung wichtig waren.

Wenn man das so sieht, dann freut mich das.

Und wie sieht es David Alaba selbst? In Münchner Medien stand zu lesen, dass Heynckes bei der Amtsübernahme Ende September an Sie die mahnenden Worte gerichtet hat: "David, du kannst es aber noch viel besser." Und von da an ging es wieder aufwärts. Funktioniert das so einfach?

Was da so alles erzählt wird. Aber ich kann darüber lächeln. Man soll nicht vergessen, dass ich davor einen Bänderriss hatte, im Herbst mich auch das Verletzungspech verfolgte. Aber Herr Heynckes hat eine überragende Art, wie er uns anpackt. Für mich ist er jetzt noch überzeugender als 2013, als er uns verließ.

Bei Jupp Heynckes spielen Sie fast immer linker Verteidiger. Bei Guardiola mussten sie mitunter bei einem Match auf drei Positionen agieren. Diese Zeiten sind vorbei. Hilft Ihnen das, wieder so überzeugende Leistungen zu bringen, reicht es David Alaba, als bester linker Verteidiger der deutschen Bundesliga gesehen zu werden, der zu den besten drei der Welt gehört?

Ach, zu meinen Stärken zählt es doch, vielseitig einsatzbar zu sein. Das wusste jeder meiner bisherigen Trainer. Auch Jupp Heynckes. Sonst hätte er mich nicht zuletzt in Mainz ins Mittelfeld gestellt, als ich eingewechselt wurde. Lob hört jeder gerne.

Österreichs neuer Teamchef Franco Foda hat immer betont, Alaba wird auf der Position spielen, auf der er der Mannschaft seiner Meinung nach am meisten bringt.

Nichts Neues. Das war auch bei Marcel Koller so.

Hat es diesbezüglich schon ein Gespräch mit Foda gegeben? Im Herbst waren Sie wegen einer Verletzung nicht beim Trainingslager in Marbella dabei.

Er hat mich einmal kurz angerufen. Das ausführliche Gespräch kommt aber erst demnächst in München.

Hat sich David Alaba über die absurden und blödsinnigen Unterstellungen geärgert, dass er sich bei Koller geweigert haben soll, linker Verteidiger zu spielen?

Auf Dauer ärgert das schon ein bisschen. Aber in München bekomme ich ja nicht alles mit. Muss ich auch nicht.

Der Blick auf den WM-Pokal, hat der etwas wehgetan?

Im Moment nicht. Sicher wird's im Juni mehr wehtun, wenn ich bei der Weltmeisterschaft nur vor dem Fernseher sitze, statt dabei zu sein. Aber in vier Jahren versuche ich es wieder. Als ich so nahe beim Pokal stand, kitzelte es schon ordentlich in den Fingern, ihn einmal in Händen zu halten. Es bleibt ein Traumziel meiner Karriere, das mit Österreich zu schaffen. Als Realist sage ich, es wäre schon ein Traum, mit Österreich bei der Weltmeisterschaft zu spielen. 2022 wäre ich 30. Viele behaupten, dass man in dem Alter am Zenit steht.

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