Leberkäse: Gut und gentechnikfrei

Foto: Adobe Stock
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Das wohl ehrlichste und auch erfolgreichste Gentechnikfrei-Projekt des Landes ist jenes des Fleischverarbeitungsbetriebs Gourmetfein aus Michaelnbach in Oberösterreich. Im Mai 2015 war er österreichweit der erste in der Branche, der sein gesamtes Sortiment auf Gentechnikfreiheit umstellte - und der vor allem beim "Leberkas" Furore macht.


Text: Klaus Faißner

Die Philosophie von Gourmetfein geht weit über die Fütterung gentechnikfreier Futtermittel hinaus, wie Geschäftsführer Florian Hippesroither gegenüber alles roger? erklärt: "Uns beliefern 40 Schweine- und 150 Rinderbauern aus Oberösterreich, wir kaufen sonst kein einziges Gramm Fleisch zu, arbeiten ohne Geschmacksverstärker, Gluteine, Farbstoffe oder Verdickungsmittel. Wir haben unseren Leberkäse immer schon per Hand eingeschlagen und bei 180 Grad gebacken." Auch die Punkte Tierwohl und Verzicht auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auf allen Flächen der Bauern seien ganz wichtig. Im Gegensatz zu Mitbewerbern, die nur einen kleinen Teil ihrer Produkte gentechnikfrei und mit anderen hochwertigen Kriterien herstellen, setze man bei Gourmetfein "zu 100 Prozent auf Qualität". Der Mehraufwand wird den Bauern abgegolten.

In fast allen Tankstellen

Die Nachfrage sei jedenfalls hoch: "In der ersten Woche des Projekts haben wir 220 Schweine pro Woche geschlachtet, jetzt sind wir bei 1.000." Der gentechnikfreie Leberkas ist der Renner bei den meisten Tankstellen: Bei der "heißen Theke" ist Gourmetfein längst Marktführer in Österreich und die Leberkäse­semmel kostet kaum mehr als eine ohne diese Vorzüge.

Hippesroithers Mitstreiter Franz Oberndorfer, ein Gentechnikfrei-Pionier in der Schlachthof-Branche, ergänzt: "Gourmetfein ist kein Erfinder, sondern macht nur das, was schon das Motto unserer Großeltern war: Lass es den Tieren gutgehen, gib ihnen ein gutes Futter und mach dein Produkt mit der Hand." Er ist sich sicher, dass sich gentechnikfreie Lebensmittelproduktion durchsetzen wird: "Wir können mit unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft nur mit bester Qualität punkten. Es gibt kein anderes Erfolgsrezept." Österreichische Produkte müssten an österreichische Konsumenten gehen. 

Futtermittel-Pionier Pilstl

Den gentechnikfreien Sojaschrot für die Tiere der Gourmetfein-Bauern importiert die oberösterreichische Agrarhandelsfirma Pilstl. Karl und sein Sohn Andreas Pilstl waren die einzigen Importeure, die nach dem Anti-Gentechnik-Volksbegehren 1997 dem Wunsch der Österreicher nach Gentechnikfreiheit nachkamen: "Wenn der Konsument gentechnikfreie Produkte haben will, sind wir verpflichtet, diese zur Verfügung zu stellen", hatten sie beschlossen. Die Folgen waren zunächst versteckte Drohungen von der Konkurrenz und der Verlust von fast 35 Prozent des Inlandsumsatzes. Doch auf lange Sicht lohnte sich der gerade Weg: Sowohl in Bayern als auch in Österreich ist Pilstl der Zulieferer für große Gentechnikfrei-Projekte. www.gourmetfein.at

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