"Prinzessin" Christian Kern - Die zehn größten Peinlichkeiten

Foto: SPÖ Presse und Kommunikation
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Christian Kern startete als charismatischer Hoffnungsträger der SPÖ elegant, wortgewandt und auch eine gewisse Coolness konnte man dem Herrn nicht absprechen. Übrig geblieben ist davon freilich nichts, lediglich ein herumsudernder schlechter Wahlverlierer, der als kürzester Kanzler Österreichs Geschichte geschrieben hat. Hier sind seine zehn traurigen "Heldentaten".


Text: Roland Hofbauer 

1. Pizzaboten-Satire

Im Wahlkampf will sich Kern als ein Mann des Volkes inszenieren, doch der Schuss geht nach hinten los. Als Pizzalieferant besucht er eine ganz zufällig ausgewählte Familie und spricht mit dieser über politische Anliegen. Auffällig, dass es sich gleich bei den ersten Kunden um die Familie von Ralf T. handelt. Er war SPÖ-Kandidat im Wiener Bezirk Landstraße und ist Mitarbeiter im SPÖ-geführten Sozialministerium. OGM-Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer damals: "Kern muss achtgeben, dass er nicht zu stark auf Inszenierung setzt, sonst entsteht der Eindruck, die Optik sei wichtiger als Substanz." Der Rest ist Geschichte.

2. Pollerlüge vor dem Bundeskanzleramt

Ursprünglich waren nämlich "nur" fünf Mauerblöcke vor dem Bundeskanzleramt geplant, die jeweils etwa acht Meter lang und 80 Zentimeter hoch gewesen wären und Anschläge mit Autos und Lkw verhindern hätten sollen. Mit veranschlagten Kosten von 360.000 Euro wäre dieses Ur-Projekt jedenfalls deutlich günstiger gewesen, wurde aber nach großer Aufregung quasi über Nacht gestoppt und durch die deutlich teureren Poller für Gesamtkosten von 668.000 Euro ersetzt. Das Beste: Kern wollte nichts davon gewusst haben. Das erwies sich im Nachhinein als fraglich.

3. Causa Silberstein

Warum aus dem Büro seines zwischenzeitlich verhafteten Ex-Beraters Tal Silberstein Dirty Campaigning gegen den ÖVP-Spitzenkandidaten Sebastian Kurz betrieben wurde, kann sich der Kurzzeit-Kanzler bis heute nicht erklären. Zwei gefakte Facebook-Seiten wurden damals im Auftrag der SPÖ erstellt. Auf den Seiten fanden sich auch rassistische und antisemitische Kontexte. Kern damals kleinlaut: "Tal Silberstein zu engagieren war ein Fehler, den ich zu verantworten habe. Aber wir haben ihn nicht beauftragt, Dirty-Campaigning zu betreiben. Wir sind die Hauptgeschädigten der Geschichte."

4. Peinlicher ZiB-Auftritt

In seiner anscheinend blinden Eifersucht auf die Freiheitlichen schmiss er zum Thema "Mangelberufsliste" mit Zahlen herum, die keiner - wohl nicht einmal er selbst - nachvollziehen konnte. Es war ein Auftritt zum Fremdschämen von Christian Kern, der zum historisch wohl peinlichsten Auftritt eines SPÖlers beim ORF werden sollte. Der brave linkslastige Zinnsoldat Armin Wolf konnte nicht anders und musste Kern dort regelrecht vorführen: "Herr Kern, wo haben Sie diese Fakten her? Ich habe keinen Experten gefunden, und kein einziges Medium in Österreich hat in den letzten Tagen einen Experten gefunden, der auch nur annähernd auf diese Zahl kommt." 

5. Müde bei SPÖ-Affäre

Kurz vor den Wahlen in Niederösterreich stand "Prinzessin" Kern täglich in der Causa der Liederbuchaffäre um die FPÖ aufgeregt Rede und Antwort. Als dann der wesentlich schlimmere Fall rund um einen SPÖler bekannt wurde, der nicht nur wegen möglicher Wiederbetätigung, sondern auch Kindesmissbrauchs in der Familie verhaftet wurde, war Kern für ein Statement einfach zu müde. Leider kein Scherz.

6. Kern, der Frauenversteher

Scharfe Worte fand Kern laut Tageszeitung Die Presse auch über Listengründer Peter Pilz: "Ich persönlich war noch nie in meinem Leben so besoffen, dass ich hinterher nicht mehr gewusst habe, ob ich anlassig war oder nicht." Dass Pilz sich dann noch als älterer weißer Mann dargestellt habe, dem die Political Correctness nicht im Blut liege, sei für Kern als Mann eine Belästigung und Beleidigung gewesen. "Weil der Typ hat uns und mein Geschlecht als Volltrotteln dargestellt." Er habe sich geniert, dass eine solche Ausrede heute überhaupt noch möglich sei.

7. Bedenkliche Geschäfte

Seltsame Firmengeflechte mit seiner Gattin in Israel, mutmaßliche Verstrickungen mit nicht ganz sauberen Geschäftsleuten. Finanzier einer der Firmen ist der wegen Bestechung des israelischen Energieministers angeklagte Multimillionär Avraham Nanikashvili. Kern kalmiert, bestreitet und wird teilweise widerlegt. Wieder keine Heldentat von Kern, viele Anschuldigungen sind bis heute nicht ausgeräumt.

8. Computertest - Kern bricht den Kanzlercheck ab

"Bundeskanzleramt, am 5. September 2017, 12.54 Uhr: Mag. Christian Kern, geboren am 4. Jänner 1966, bricht den Test ab", protokolliert Notar Georg Schreiber. Er begleitete die Tests aller sechs Spitzenkandidaten, um die objektive Abwicklung der Persönlichkeits-Checks zu garantieren. Nach 39 Minuten beendete Kern den Text von sich aus. Begründung: "Ich kann den Test nicht fertig machen. Weil ich nicht weiß, ob ich ihn als Kanzler oder als Christian Kern machen soll."

9. Gehaltserhöhung

In seiner Tätigkeit bei der SPÖ hat Kern genau einem Angestellten zu mehr Geld verholfen, nämlich sich selber. Mit dem Posten des Bundeskanzlers verlor SPÖ-Chef Christian Kern auch monatliches Gehalt. 21.889,40 Euro hatte Kern als Bundeskanzler brutto verdient. Als einfacher Abgeordneter hätte er "nur" noch 8.755,80 Euro pro Monat erhalten. So ließ er sich ein Plus von 6.129 Euro brutto genehmigen, womit er gleich viel verdient wie Klubobmann Andreas Schieder. Wie Kern schon im Wahlkampf erklärt hatte: "Ich kümmere mich um meinen Nächsten. Und wenn mein Nachbar ein Problem hat, bin ich da, um ihm zu helfen. Wir sind keine Egoisten, wir sind Teil einer Familie, Teil eines Landes, Teil Europas, Teil der Welt, Teil der Menschheit."

10. Zu feig zum Rücktritt

Kern ist ohne Zweifel eine der tragischsten Figuren der österreichischen Politik. Angetreten als Hoffnungsträger, als jener, der Faymann stürzte, um die SPÖ zu neuem Erfolg zu führen. Aufgewacht ist er als Parteichef, der die SPÖ gegen die Wand gefahren hat - und der nicht einmal die Größe hat, seine Niederlage zu erkennen. Die SPÖ aber braucht dringend eine Lichtgestalt, nur Christian Kern kann das definitiv nicht mehr sein. Ein abgewählter Kanzler ist nur mehr eines: traurige Geschichte. Kern hatte seine Chance - er hat sie stümperhaft vergeben. Kern seinerzeit: "Machterhalt, Jobs, warme Sessel interessieren mich null. Ich bin nicht bereit, dass wir dafür unsere Grundsätze über Bord werfen."

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