Rocky und Roxxxy

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Manche Leute tun sich schwer, anderen näherzukommen. Aber warum sich mit frigiden Hochnasen herumärgern, wenn es Roboter gibt, die sich auf Kommando selber flachlegen? Die US-Firma True Companion hat aus ihrer Sicht den idealen Partner geschaffen. Eine vollautomatische Sexmaschine um knackige 9.995 Dollar. Für Mann und Frau.


Gestatten: Roxxxy. Brünett, mit viel Fantasie kokett, allzeit bereit. Sie schaut ein bisschen gummiartig aus, aber bitte. Die drei X stehen für Porno. Wo eine normale Roxy vielleicht zurückreden würde, macht die Roxxxy alles, was ihr Meister sagt. Auf die Knie, Roxxxy. Mund auf, Roxxxy. Gute Roxxxy, brave Roxxxy. Da freut sich der Hardcore-Galan.

Im Schweiße seines Angesichts wird die Fleißige nie müde. Und sie ist unglaublich einfühlsam. Roxxxy hat Berührungssensoren am Körper, der Fokus liegt neben dem Offensichtlichen aber auf dem Sprechen. "Man will ja mit ihr reden können", sagt Erfinder Douglas Hines.

An futuristischen Schönheitsfehlern darf man sich nicht stören. Die Kabel aus dem Rücken führen zu einem Laptop, auf dem mehrere Charaktere gespeichert sind. Das heißt, man kann sich die Traumfrau vom Typus her aussuchen. Von der wilden Wendy, der S&M-Susan oder der frigiden Farrah über die junge Yoko bis zur reifen Martha - die Roboterfrau ist schnell adaptiert und erfüllt jeden Wunsch. Ihr Körper wird sogar warm, und sie hat einen künstlich erzeugten Herzschlag. Bu-bumm-bu-bumm-bu-bumm.

In Wahrheit ist das Ganze "ein Marketing-Gag". Dem Hersteller True Companion (Wahrer Begleiter) geht es nicht bloß um das leibliche Wohl seiner Kunden, sondern vor allem um das seelische. Um diesen sozialen Autismus, der sich in der Gesellschaft breitmacht. Mit WhatsApp, Facebook und Twitter hat das gesprochene Wort an Bedeutung verloren. Menschen reden nicht mehr so viel miteinander. Aber gerade in Zeiten der Vereinsamung will man auch einsamen.

 

Eine Studie in England hat im Vorjahr gezeigt: Jeder fünfte Mensch würde schon jetzt mit einem Roboter ins Bett gehen. Das macht Egomanen Mut, skizziert allerdings eine düstere Zukunft. Braucht es noch Gefühle, wenn Roxxxy den Orgasmus besser vorspielen kann als die Ehefrau?

Die Fürsprecher der Sexmaschinen glauben, dass die humanoiden Liebesdiener Gutes tun, etwa wenn es darum geht, Prostitution einzudämmen, Sexunterricht zu geben oder Therapien zu ermöglichen. Zum Beispiel Leuten, die im Krankenhaus liegen und sich kein Escort-Girl in die Ambulanz bestellen wollen.

Es gibt natürlich auch Kritiker der androiden Zweisamkeit. Kathleen Richardson, Roboterethikerin von der De Montfort University in Leicester und Initiatorin der "Kampagne gegen Sexroboter", will den Maschinen am liebsten sofort den Stecker rausziehen und sie verschrotten. Sie befürchtet, dass vor allem Frauen noch mehr auf Objekte, auf Sexobjekte reduziert werden. Man denke an Pornos und Datenbrillen und virtuellen Geschlechtsverkehr. Das menschliche Einfühlungsvermögen bleibe so auf der Strecke. Kathleen Richardson und ihr Mitstreiter, der Informatiker Erik Billing von der Universität Skövde in Schweden, befürchten, dass der Umgang mit Sexrobotern fatale Auswirkungen auf die Gesellschaft haben könnte: "Wir glauben, dass die Entwicklung derartiger Roboter zu schädlichen Beziehungen zwischen Mann und Frau, zwischen Erwachsenen und Kindern und zwischen Männern und Frauen untereinander beiträgt."

Wenn auch nicht für wahre Gefühle - für gendertaugliche Ausgeglichenheit sorgt die Herstellerfirma True Companion sehr wohl. Neuerdings gibt es neben der Roxxxy auch einen Rocky. Das männliche Pendant ist ein Steher durch und durch. Und auch er lässt sich auf jeden Geschmack zuschneiden, mithin personalisieren. Hautton hell oder dunkel, Haarstyle dezent oder frech, Augenfarbe variabel, Bart ja oder nein, Kaukasier oder gar asiatisch vielleicht? Sonderbestückung? Der Rocky hat denselben Preis wie die Roxxxy: 9.995 Dollar inklusive Laptop.

Nur verschiedene Charaktere lassen sich bei ihm noch nicht einstellen. Er ist noch nicht so mannigfaltig in seiner Ausrichtung. Das Modell muss noch reifen. Ersten Erfahrungsberichten zufolge ist der Rocky sehr nett im Umgang. Ein Traummann, wie man sich ihn besser nicht vorstellen kann.

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