Ronnie Seunig - "Grandioser Zuspruch und enorme Verunglimpfung"

Foto: beigestellt
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Ronnie Seunig ist nicht nur der Big Boss der Excalibur City, Eigentümer des größten Musikbox-Museums Europas und ein wirtschaftlicher Visionär, er ist auch der Herausgeber und Gründer von alles roger?. Nach vielen Schwierigkeiten und Erfolgen mit unserem Magazin haben wir Ronnie Seunig zu einem Gespräch, über die ersten drei Jahre in der Medienbranche gebeten.


Interview: Roland Hofbauer 

Was war die Motivation, alles roger? zu starten? Gab es einen bestimmten Grund, einen Auslöser?

Ja mit Sicherheit. Wenn man sich anschaut, beim ORF angefangen bis hin zu zig anderen großen, meinungsbildenden Medien, wie heutzutage einseitig berichtet wird, dann vermisst man ganz einfach Objektivität. Das Schlimmste ist, dass man den Menschen nicht zutraut, sich selber eine Meinung zu bilden. alles roger? gehört zu den ganz wenigen Magazinen, die in der Lage sind, auch eine andere Seite zu beleuchten, und die dem Leser die Möglichkeit bieten, zu verstehen, um was es im Hintergrund eigentlich geht. Leider wird man mit so einem Medium vom sogenannten Mainstream derart angefeindet, dass es teilweise wirklich unter die Gürtellinie geht.

Wie würden Sie die Blattlinie von alles roger? beschreiben?

Die Grundsätze sind: sehr gut recherchieren und alle Seiten einer Situation anschauen. Ich glaube, dass man hier weder von rechts noch von links sprechen kann - wenn es die Mitte gibt, dann treffen wir sie. Es ist notwendig, Logik und Vernunft in ein Magazin einfließen zu lassen, um Vorgaben, die uns gewisse Strömungen sozusagen als unumgänglich vorgaukeln, auch infrage stellen zu können. Das gelingt mit alles roger? ganz gut. Die Blattlinie ist ganz klar auf Aufklärung ausgerichtet.

Mit welchen Schwierigkeiten hat man in Österreich zu kämpfen, wenn man so eine Zeitschrift herausgibt?

Die Schwierigkeiten sind unglaublich. Abgesehen davon, dass man speziell vom linken Lager permanent angegriffen wird und dass man selbstverständlich mit jeder nicht links-konformen Meinung nicht rechts, sondern rechtsextrem ist, ist es auch ganz klar, dass man als antisemitisch bezeichnet wird, wenn man über abscheuliche Taten von jüdischen Personen berichtet, denn die sollte es in der öffentlichen Wahrnehmung eigentlich auch nicht geben. Es ist unglaublich, welche Anfeindungen und boshaften Untergriffe auf einen zukommen, die aber im Endeffekt jeder Argumentation entbehren. Auf der einen Seite wird einfach hingehauen, auf einen losgeschlagen. Auf der anderen Seite wird versucht, jeden, der das Magazin unterstützt, ins rechtsextreme Eck zu drängen. Deshalb scheut sich eine mittlerweile sehr handzahm gewordene Wirtschaft aus Angst vor Anfeindungen oder aus Angst, vielleicht einen Kunden zu verlieren, im Magazin Werbung zu machen. Dabei ist es genau umgekehrt, das Gros der Menschen ist durchaus bereit, sich zu informieren über Situationen nachzudenken und selber zu entscheiden. Es gelingt den Linken aber immer wieder, gegen das Magazin so zu intervenieren, dass Inserenten oder potenzielle Unterstützer derart verunsichert werden, dass sie vor lauter Angst den Rückzug antreten.

Kann man mit einem Medium wie alles roger? etwas bewegen in der Gesellschaft, der Politik im Land?

Das ist eine ganz große Frage. Die stelle ich mir eigentlich tagtäglich. Ich habe mir bereits ein paar Mal zum einen die Absatzzahlen und zum anderen den Zuspruch zum Magazin angeschaut, der zwar laufend steigt, aber im Endeffekt noch nicht in der Größenordnung ist, dass man sagt: Ja, das zahlt sich wirtschaftlich aus. Die Menschen selber sind schon sehr eingelullt von dem, was sie permanent eingetrichtert bekommen und nur langsam und zögerlich bereit zu verstehen, dass sie eigentlich tagtäglich betrogen, belogen und beschissen werden. Es ist allemal schwierig, etwas zu bewegen.

Nach einem Interview mit dem Magazin trend vor vielen Jahren, wo Ihnen übel mitgespielt wurde, haben Sie gesagt: "Ich vertraue nie wieder einem Journalisten." Hat sich daran etwas geändert?

Mit Sicherheit nicht. Denn gerade dieser allgemeine Journalismus bewegt sich immer mehr in die Richtung, eine Person, deren Meinung nicht systemkonform ist, zu diskreditieren anzuprangern oder eben fertigzumachen. Und es ist nichts leichter als das. Eine Aussage, die nur im geringsten Sinne an rechts erinnert, wird dann so ausgelegt, dass man halt rechtsextrem ist. Das ist mir so ergangen mit einigen Sagern, die ich völlig nebenbei in einem Interview über meine Jukeboxen getätigt habe und die dann zum Hauptthema und zu Schlagzeilen geworden sind. Das ist ganz einfach zum Kotzen. Ich finde es nicht fair und nicht in Ordnung, wenn sich jemand einschleicht - und unter falschen Voraussetzungen so ein Interview macht. Die Journalisten - gerade aus diesen Reihen - haben sich nicht verändert. Ob ich meinen eigenen Leuten trauen kann in der Redaktion - ja, würde ich sagen, sonst wären sie nicht bei mir.

Österreich hat seit einem halben Jahr eine neue konservative Regierung. Hat sich aus Ihrer Sicht in Österreich seither etwas zum Positiven verändert?

Was wir mit dieser Regierung momentan erleben, ist mit Sicherheit eine Novität. Es sind zwei Parteien angetreten mit einem sehr ähnlichen Programm und in der ersten Phase dieser Regierung merkt man plötzlich, dass die tatsächlich Wahlversprechen einhalten. Man hat sich in Österreich so derartig daran gewöhnt, dass Wahlpropaganda niemals etwas mit der Umsetzung zu tun hat, sondern dass es ganz einfach geplante Täuschung ist, und anscheinend lassen sich die Leute auch irrsinnig gerne täuschen, belügen und betrügen. Und plötzlich ist da eine Koalition, die nicht nur harmoniert und nicht streitet, sondern sich auch auf Themen einigt. Da sind sowohl von der einen als auch von der anderen Seite dieser Parteien sicherlich Themen dabei, wo man Kompromisse hat machen müssen, die sind für viele Wähler jetzt nicht hundertprozentig nachvollziehbar und einsehbar, aber nichtsdestotrotz bemüht sich diese Regierung im Rahmen ihres Abkommens tatsächlich, die Dinge flott umzusetzen - und wenn man genau hinschaut, im Sinne der Bevölkerung. Das ist neu, speziell die letzten, ich würde sagen, 20 bis 25 Jahre hat es so was nicht mehr gegeben und ich glaube durchaus, dass man das als positiv bewerten kann.

Sie sind Österreicher, Ihr Unternehmen ist in Tschechien Sie verbringen sehr viel Zeit in Australien. Wo fühlen Sie sich am wohlsten? Wo kann man am besten am freiesten leben?

Die Freiheit in Australien hat nicht unbedingt etwas mit Politik zu tun, sondern mit der immensen Dimension des Landes und mit der dünnen Besiedelung. Die Freiheit ist dort eine ganz andere, wenn man, so wie ich, weit weg von der Zivilisation wohnt. Regulierungen und Kontrollen sind wesentlich geringer, aber das hat, wie gesagt, damit zu tun, dass alles sehr weit voneinander entfernt ist. Insgesamt würde ich sagen, unterscheidet sich die Politik nicht gravierend. Ich denke sogar, dass Österreich mit seiner Regierung einer gewissen Freiheit entgegenschaut, die möglicherweise richtungsweisend für ganz Europa ist.

Was halten Sie eigentlich von Christian Kern?

Christian Kern ist mit Sicherheit das größte Desaster, das die SPÖ jemals erlebt hat. Es hat charakterschwache, ja sagen wir einmal, schleimige und unsichere Personen an der Führungsspitze der SPÖ gegeben und auch charakterstarke, gute Leute. Das ist aber schon lange her. Dass ein Christian Kern heute an der Spitze der SPÖ steht und es geschafft hat, einen Werner Faymann an Bedeutungslosigkeit zu übertreffen, ist erstaunlich und hat natürlich den beiden Regierungsparteien unheimlich in die Karten gespielt. Dass er noch immer im Amt ist, zeigt, dass in der SPÖ einfach kein Besserer vorhanden ist. Eine derartige Erscheinung müsste man eigentlich in dem Moment austauschen, in dem man merkt, dass sie dich ins Bodenlose fallen lässt. Aber mangels Führungspersonen sind sie nicht fähig, das zu ändern. Es ist keine Charakter-Person, keine charismatische Person in Sicht, und darum wurstelt man mit Kern weiter. Im Moment denke ich, dass er wirklich das Beste ist, was dieser Regierung passieren kann. Er ist die schwächste Opposition, die wir jemals gehabt haben.

Wie sehen Sie die internationale Politik, das Weltgeschehen? Was macht Ihnen besonders Sorgen oder was glauben Sie, wird eher aufgebauscht, wo ist nicht wirklich viel dran?

Das, was mir Sorgen macht, sind Global Player wie George Soros. Aber natürlich diese amerikanische Background-Gesellschaft, die sozusagen über den Planeten herrscht, das ist schon eine sehr bedenkliche Situation. Wenn man weiß, dass heute einfach Gesetze, egal ob in der Europäischen Union, in Amerika oder in dieser sogenannten westlichen Welt, nur noch von Konzernen diktiert werden und eine Europäische Union weder einen demokratischen Status in irgendeiner Form hat, sondern wirklich nur von Lobbyisten kontrolliert wird. Diese Entwicklungen sind erschreckend und völlig kontraproduktiv zu dem Urgedanken einer Europäischen Union. Und Amerika ist in meinen Augen noch wesentlich schlechter dran, denn diese gelebte falsche Demokratie der Amerikaner wird sich nicht mehr ändern lassen, weil es dort zwei Parteien gibt, die von denselben Sponsoren geleitet werden. Hinter den Kulissen dirigiert immer nur einer und vorne spielt die Show ein Kasperl runter, der heißt dann Obama, Bush oder Trump. Dafür ist Amerika bekannt. Was wir heute im Fernsehen sehen, wenn der Trump auftaucht, ist nichts anderes als ein viertklassiges Broadway-Musical.

Wie schaut die Zukunft Österreichs beziehungsweise Europas aus. Ist sie positiv? Was glauben Sie, wo steht Österreich oder was ist mit Österreich in zehn Jahren?

Österreich hat in diesem Zusammenschluss von Staaten in der Europäischen Union eine absolut eingeschränkte Handlungsfähigkeit. Wir sehen das ganz klar, wenn die Regierung eigentlich gegen die Sanktionen für Russland ist, aber nicht in der Lage ist, selbstständig auszusteigen. Sprich, es wird jede Vernunft, jede Logik, die mit einfließen könnte, von einer höheren Stelle unterbunden - also ohne EU geht gar nichts. Ich sehe nicht nur für Europa, sondern für den Rest der Welt Riesenprobleme, weil es durch diese Globalisierung ganz einfach zu einem Crash kommen muss. Der, egal ob von China, Russland, Amerika oder Europa aus, alles in den Abgrund reißt. Wir sind diesen Mächten ausgeliefert und wir werden es leider auch mit dieser Regierung nicht schaffen, das wirklich zu unseren Gunsten zu verändern. Dazu, muss man auch sagen, ist diese Regierung nicht wirklich in der Lage.

Wir sind jetzt im vierten Jahr von alles roger?. Was ist Ihr Resümee nach über drei Jahren?

Das Resümee ist zum einen natürlich ein positives, weil wir grandiosen Zuspruch haben, weil wir Anklang finden beim Publikum. Mit Sicherheit ist es auch interessant und überraschend, wie sehr sich die etablierten Medien aufs Verunglimpfen und Vernadern unserer Zeitschrift eingeschossen haben. Zum anderen ist es erschreckend, dass man von einer kleinen, aber mächtigen Gruppe so derartig denunziert wird, dass man sich fragt, wie Meinungsfreiheit in diesem Land stattfinden können soll, wenn jede nicht linksorientierte Meinung mit dem Knüppel erschlagen wird.

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