Spionage aus dem Netz

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alles roger? hat schon oft über das Darknet berichtet und so haben wir uns auch in dieser Ausgabe mit dem Computer-spezialisten unseres Vertrauens ein bisschen in der kriminellen Netszene umgesehen. Wir wollten diesmal Daten und Informationen über eine gewisse Person kaufen. Und wir sprechen hier über die intimsten Geheimnisse, von privaten Mails, Kontodaten und Vorstrafen. 

Text: Roland Hofbauer

Wer hat sich noch nie überlegt, dass er gerne über eine bestimmte Person alles wissen möchte. Sei es nun eine große Liebe, der zukünftige Geschäftspartner oder auch der persönliche Todfeind. Nun, das ist schon lange kein Wunschdenken mehr, denn in Zeiten des digitalen Wahnsinns ist alles möglich, und das mit ein bisschen Know-how und viel Geduld. Über den Tor-Browser geht es zu einem Portal namens dateline. Wie wir schon berichtet haben, läuft hier fast jedes Portal über Russland und wir bekommen hier Info über jeden Bürger, jedes Landes - außer russische Staatsbürger.
Keine Sorge, in unserem Fall handelt es sich um einen Politiker aus der Provinz, der es selber nicht so genau nimmt mit Moral und Ethik, aber wir wollen die Daten ja ohnehin nicht verwenden oder annehmen.
Hier gibt es nun Vermittler, über die man seine Wünsche betreffend die Person, die man ausspionieren will, preisgibt. Diese Vermittler haben auch Bewertungen von 1-5, hier sollte man sich nur an die mit exzellenter Bewertung wenden, auch wenn der Preis ein bisschen höher ist. Auf der Seite des Vermittlers hinterlassen wir den Namen der Person, über die wir Infos brauchen, sowie deren Geburtsdaten und die genauen Infos, die wir wollen. Hier kann man anklicken wie bei McDonald's, wenn man sich den Burger selber zusammenstellen will. Im Vorhinein kann man sogar die Sprache auswählen, ein echt toller Service. Wir klicken auf Vorstrafen, persönlicher Mailverkehr und Kontostand.
Nun gibt der Vermittler das Angebot frei und wir werden informiert, dass es in den nächsten Tagen einige Angebote geben wird, die dann von dem Vermittler vorsortiert werden. Da vier der Bieter seriös sind und der Preis stimmt, können wir uns zwei Tage später selber von den Angeboten überzeugen. Wir entscheiden uns für infoking, er möchte für die gewünschten Informationen 2.500 Euro haben. Weiters bietet er uns auch noch ein paar Folgedienste an. Für die Platzierung eines Trojaners auf dem Konto der ausspionierten Person möchte er lediglich 500 Euro mehr haben, für die Kontolöschung 1.700 Euro. Wir lehnen dankend ab, akzeptieren aber das Angebot.

Die gewünschte Summe wird wie üblich in Bitcoins an den Vermittler bezahlt, erst nachdem wir unsere Infos erhalten haben, wird das Geld weitergegeben. Der Vermittler nimmt im Übrigen 20 Prozent für seine Dienste, uns erscheint das durchaus fair.

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Wie versprochen bekommen wir nach zwei Tagen elektronische Post und eine App, die wir uns sofort herunterladen sollen. Dort stehen nun unsere gewünschten Informationen und sogar ein bisschen mehr.
Unsere Person ist aktuell nicht vorbestraft, hat aber einen Vermerk wegen Cannabis. Weiters wurde der Person bereits einmal der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer abgenommen. Das Konto weist eine minimale Überziehung auf, keine Unregelmäßigkeiten. Aber es gibt eine monatliche Pfändung von einem Inkassobüro von 125 Euro.
Im persönlichen Mailverkehr steht eigentlich nichts Aufregendes, aber es ist ganz lustig, wie sich die Person mit seinem Expartner per Mail fetzt, nur um sich im nächsten Mail wieder zu entschuldigen und zu Kreuze zu kriechen. Ein bisserl erbärmlich, aber unterhaltsam. Nachdem wir die Nachrichten und Informationen ausgiebig gecheckt haben, drücken wir den "finish"-Knopf und alle Infos werden gelöscht. Hier kann man nichts herunterladen und auch keinen Screenshot machen. Die Daten die man benötigt, kann man sich abschreiben oder mit einem anderen Handy ein Foto machen. Wir tun keines von beidem, sind aber von der Einfachheit der Netzspionage begeistert.

Mit den in zwei Tagen erhaltenen Daten hätten wir einer Person wirklich schaden können. Auch als zukünftigen Geschäftspartner hätten viele unsere Testperson nicht genommen, allein wegen des Drogendelikts und der Führerscheinabnahme.
Nun soll ja in Österreich die Internetpolizei aufgerüstet werden, da kann man gespannt sein, wie lange die Herrschaften brauchen, um auf denselben Level wie die internationalen Blackhats zu kommen.

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