Wir haben die ideale Antwort auf Uber

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Der US-Konzern Uber verursacht dem Taxigewerbe mit offensichtlich unlauteren Mitteln enorme Umsatzeinbußen. Thomas Kreutzinger, Taxisprecher der Freiheitlichen Wirtschaft Wien, stellt im Interview mit alles roger? eine Lösung im Sinne des Taxigewerbes und der Kunden vor. Weiters thematisiert er kriminelle Machenschaften, Probleme mit Funkzentralen und den großen Einfluss der Politik auf das Taxigewerbe.


Interview: Klaus Faißner

 Wo liegen die Probleme im Taxigewerbe?

Das größte Problem ist Uber, das uns 25 bis 30 Prozent Umsatzeinbußen verursacht hat. Wir haben strenge Auflagen zu erfüllen, die für Uber nicht gelten. Alle neu angemeldeten Taxis müssen der strengen Euro-6-Abgasnorm entsprechen, es herrscht Klimaanlagenpflicht, Taxifahrer brauchen einen Taxilenkerausweis, ein Leumundszeugnis und eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Ein Uber-Mietwagenfahrer braucht nur einen B-Führerschein und kann vorbestraft sein. Wir sind an einen Tarif gebunden, der in Wien seit fünf Jahren nicht erhöht wurde. Bei Uber kann der Preis für eine Fahrt viel billiger oder auch viel teurer sein als mit dem Taxi. Zu Silvester wurden für eine 20-Euro-Taxifahrt zum Beispiel 100 Euro verlangt. Uber bezeichnet sich als reine Internet-Plattform, agiert aber als Taxivermittlung, weil Wagen nicht an den ursprünglichen Standort zurückkehren, wie das bei Mietwagen vorgeschrieben ist.

 Warum macht die Regierung nichts gegen den offensichtlich unlauteren Wettbewerb?

Uber wurde schon in mehreren Ländern verboten, was ja auch seinen Grund hat. ÖVP-Chef Sebastian Kurz und Finanzminister Hans Jörg Schelling gaben zu, dass sie beziehungsweise ihre Büromitarbeiter mit Uber fahren. Rote Politiker bekennen sich dazu, dass sie Uber als Supergeschichte sehen. Der ehemalige SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina ist inzwischen als Uber-Lobbyist tätig. Er klopfte bei allen Parteien an und ist nur bei der FPÖ nicht angekommen, weil sie als einzige Partei hinter dem Taxigewerbe steht.

 Wo krankt es sonst noch besonders?

Es gibt zahlreiche Firmen, die ein Taxigewerbe betreiben, um ans schnelle Geld zu kommen und schnell in Konkurs zu gehen. Immer öfter haben Eigentümer 100 oder 200 Taxikonzessionen, bekommen die Mehrwertsteuer und die Normverbrauchsabgabe NoVA für die vielen gekauften Autos zurück, stellen dann die Zahlungen an Fahrer, Finanzamt und Krankenkasse ein, machen weiter, solange es geht, und gehen schließlich in Konkurs. Dann holt der Eigentümer einen neuen Geschäftsführer extra aus dem Ausland, den es nur auf dem Papier gibt, und es geht weiter. Das Gewerbe bietet die Möglichkeit zu betrügen, was lukrativ sein muss, sonst würden es nicht immer mehr machen.

 Was sind die Folgen für die Allgemeinheit?

Diese Unternehmer nehmen jedes Personal, weil sie viele Fahrer brauchen. Dadurch gibt es immer mehr Qualitätsprobleme bei den Lenkern.

 Ist die Qualität der Taxilenkerprüfung gesunken?

Grundsätzlich nicht, aber man konnte unendlich oft antreten. Irgendwann schaffte es der Fahrer halt. In der Ära des letzten Vorstehers wurden etliche Mitglieder der Prüfungskommission angeklagt, Prüfungsergebnisse gefälscht und Leute für 5.000 Euro durchgelassen zu haben. Die Verfahren laufen noch und es gilt die Unschuldsvermutung.

 Wie geht es Taxiunternehmern mit den Funkzentralen?

Die zocken uns ab. Wir zahlen bis zu 800 Euro pro Auto und Monat für die Zen-trale. Viele Angestellte bis zur Geschäftsführung der größten Funkzentrale 40100 sind ÖVP-Wirtschaftsbund-Funktionäre. Um von ihnen überhaupt Funkaufträge zu bekommen, muss man sich die Hardware um etwa 4.000 Euro anschaffen. Die kleinere Funkzentrale 31300 hat ähnliche Tarife und Geräte, ist aber politisch neutral.

 Warum kommt kein neuer Taxifunk? Die Nachfrage müsste doch gegeben sein ...

Genau das ist meine Idee. Das kostet aber sehr viel Geld, weshalb ich und meine Partner einen Investor suchen. Wir haben eine erste App fürs Smartphone entworfen: www.check.taxi. Sie zeigt die Taxistandplätze der Umgebung an, was schon funktioniert. Im zweiten Schritt werden Infos zu den Taxifahrern angezeigt. Da fehlt es noch an Investoren. Man könnte Fahrer bewerten, sich die Bewertung anschauen, sich Stammfahrer anlegen und diese direkt anrufen. Für die Unternehmer würde eine kleine Monatsgebühr von 30 Euro pro Fahrer anfallen.

 Wer wären die Gewinner?

Kunden, Qualität und Gewerbe. Diejenigen Taxifahrer mit guten Ortskenntnissen und sauberen Autos wären im Vorteil und die Unternehmer würden sich hohe Kosten für den Funk ersparen. Wir wären keine Vermittlung, sondern wirklich eine Plattform. Der Kunde erspart sich den Funkzuschlag, wodurch Taxifahren billiger werden würde. Es wäre die ideale Antwort auf Uber.

 Es gibt ja auch ein Taxi-Gewinnspiel von der Excalibur City und alles roger? in Kooperation mit Ihnen. Warum sollten Taxiunternehmer daran teilnehmen?

Weil sie jeden Monat 800 Euro gewinnen können und dafür nur zwei Kleber am Heck des Autos befestigen müssen. Es ist ein schöner Preis für wenig Aufwand. Und der Fahrgast kann während der Fahrt im

alles roger? schmökern.

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