Koks und Hasch per Mausklick

Foto: 123rf

Das Darknet, die dunkle Seite im Internet, ist ein Tummelplatz für Dealer und Giftler gleichermaßen. Wer sich auskennt, kann jegliche Drogenart zu sich nach Hause bestellen. alles roger? hat den Selbstversuch mit Hilfe eines Hackers gemacht und war vom Ergebnis überrascht. 

Text: Roland Hofbauer

Ein Gramm Kokain kostet in Wien zwischen 70 und 100 Euro, die Qualität ist teilweise sehr schwankend. Hinzu kommt, dass man den Dealer seines Vertrauens meist per Telefon kontaktieren muss und oft auch die Polizei in diesen Telefonaten ungebetener Zuhörer ist. Das nächste Problem sind die Treffpunkte zwecks Übergabe, denn auch dort ist das Risiko einer polizeilichen Überwachung oder Festnahme groß. Eine Alternative sind die gängigen Umschlagplätze entlang der U-Bahnlinien, dort kann man vor allem bei Afrikanern die Dröhnung in Form von verschweißten Plastikkugeln kaufen, egal ob Heroin oder Kokain.

Man bekommt das Zeug direkt aus dem Mund der Händler, und hartgesottene Konsumenten stecken die Kugeln dann in den eigenen Rachen, zur Aufbewahrung unter dem Motto: Gib Hepatitis eine Chance. Auch hier ist das Risiko von Zivilbeamten und Razzien relativ hoch.

Wo bekommt der sicherheitsliebende Gelegenheitsjunkie von heute also seinen Stoff, ohne sofort verhaftet zu werden? Richtig, im Internet.

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Alles roger? ist durch Click-Provision beteiligt.

Wir baten einen Computerexperten, mit uns gemeinsam ein paar illegale Substanzen in der geringsten Bestellmenge im Darknet zu ordern. Mit ein paar Klicks und dem nötigen Know-how ist der Cyberprofi schon auf den richtigen Seiten, und was da angeboten wird, ist unglaublich. Jede Art von Drogen, sei es Crystal Meth, Heroin, Crack, LSD, Magic Mushrooms oder eben auch Kokain. Hier wird sogar das Herkunftsland angegeben und der Reinheitsgrad. Laut unserem Experten wird hier nicht betrogen, denn wenn es Beschwerden von einem Kunden gibt, werden die Anbieter sofort gesperrt und ihnen entgeht ein Riesengeschäft. Unser Cyberjunkie hat hier schon sehr oft bestellt, wie er erzählt. Er sitzt oft tagelang am Computer und benötigt einfach ein bisschen Hilfe, um wach zu bleiben und konstant Leistung zu bringen. Meistens bestellt er sich Speed, das gibt es hier schon um 3 Euro das Gramm, da ordert man doch gleich einmal 100 Gramm und kommt wirklich eine sehr lange Zeit aus.

Wie er uns erzählt, musste er aber trotz gesteigerter Leistung nach einem Monat damit aufhören, da seine Augen leicht gelb wurden und somit die Warnung ausgaben, dass der Stoff die Leber angreift. Jetzt nimmt er lieber wieder Koks, das ist zwar wesentlich teurer, aber laut seiner Meinung nicht so schädlich. Doch zurück zu unserer Bestellung.

Also nichts wie rein ins Darknet über den Tor-Browser und direkt zum Portal Alphabay. Diese Seite läuft wie die Mehrzahl der Darknet-Portale über Russland. Die meisten Sachen, die hier verkauft werden, sind allerdings nicht Drogen oder Waffen, sondern Informationen und Daten aus der ganzen Welt. Detail am Rande: Über jeden Menschen dürfen hier private Daten veräußert werden, nur nicht über Russen, da folgt sofortige Sperrung des Anbieters. Aber wir wollen ja unbedingt Drogen, und so klicken wir uns durch die Menüleiste bis hin zu Kokain. Irgendwie erinnert das Bestellen an willhaben und ist fast noch einfacher. Hier sind die unterschiedlichsten Anbieter aufgelistet, mit verschiedensten Preisen von 53,21 Euro bis zu 79,46 Euro das Gramm. Verschickt wird ab 0,5 Gramm, praktisch die Prise zum Testen, der Versand beträgt je nach Anbieter zwischen drei und 14 Euro.

Wir bestellen also zehn Gramm Gras und ein Gramm Kokain beim Anbieter "Qualitywhite". Wir entscheiden uns für ein sehr starkes Gras mit hohem THC-Gehalt für 6,43 Euro das Gramm, und bei Kokain greifen wir zu Columbia Spezial, angeblich mit einem Reinheitsgrad von 93 Prozent. Für das Koks müssen wir 59,73 Euro pro Gramm bezahlen, das liegt eigentlich weit unter dem Durchschnittswert, gemessen an den aktuellen Straßenpreisen. Das Einzige, was noch dazugerechnet wird, ist der Versand von 13,43 Euro. Das Packerl wird uns binnen sieben Tagen zugestellt.

Auch die Bezahlung ist ganz einfach. Hier bezahlt man in Bitcoins. In jeder Trafik kann man Bitcoin-Bons kaufen, die haben einen Code wie beim Wertkartenhandy. Den gibt man ein und hinterlegt das Geld bei einem ausgewählten Darknettreuhänder, den sucht man sich auch nach seiner Bewertung durch andere User aus. Er verwaltet das Geld und gibt es erst an den Verkäufer frei, wenn der Käufer, also wir, den Erhalt des Päckchens bestätigt.

Während der einwöchigen Wartezeit surfen wir auf der Seite von "Qualitywhite" herum und erfahren ein paar lustige Details. Hier gibt es eine Bewertungsseite, wo zufriedene Kunden den Anbieter loben und ihn hochleben lassen. Aus ganz Europa und sogar Amerika kann man die Einträge von belieferten Junkies lesen. Auch finden wir heraus, dass man bei "Qualitywhite" bis maximal 50 Gramm auf einmal bestellen kann, denn das ist genau die Menge, die noch in das Postkasterl passt - ganz schön ausgekocht die Herrschaften. 50 Gramm würden uns gerade einmal 2.597,25 Euro kosten, eigentlich ein Superschnäppchen und die perfekte Gelegenheit, selbst ein bisschen zu dealen. Unser Anbieter muss anscheinend wirklich direkt an der Quelle sitzen, es ist definitiv kein Anfänger am Werk.

Einen Tag bevor unsere Bestellung ankommt, bekommen wir eine E-Mail mit dem Foto unseres Pakets, damit wir sehen können, ob es am Lieferweg beschädigt oder geöffnet wurde, aber es hat alles funktioniert.

Es ist unglaublich, in sechs Tagen haben wir unsere Drogenlieferung frei Haus bekommen. Lediglich das Verpackungsmaterial muss noch entsorgt werden, so haben wir es mit "Qualitywhite" abgesprochen. Es geht um die Vernichtung von DNA-Spuren. Unsere Daten, Adresse und alle Cyberspuren werden im Gegenzug vom Verkäufer gelöscht.

Fazit: Nichts leichter als Drogenshoppen im Darknet, dazu nötig ist nur ein bisschen Wissen und Geduld. Wer heroinsüchtig ist, sollte diesen Bezugsweg eher vermeiden, die Entzugserscheinungen bei einer Woche Lieferzeit wären dann doch ein wenig hart.

Im Übrigen hat sich unser Computerexperte persönlich um die Entsorgung der verbotenen Substanzen gekümmert.

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