alles roger? am Survival-Trip

Foto: Michael Mairhofer

Überlebenstraining ist immer mehr im Kommen. Nicht nur als beliebte Abwechslung für Abenteurer, sondern auch für Menschen, die in einer Notsituation nicht ganz hilflos sein möchten. Survival-Experte Martin Mollay erklärte für alles roger?, worauf es dabei ankommt.


Text: Roland Hofbauer

Überlebenstraining ist immer mehr im Kommen. Nicht nur als beliebte Abwechslung für Abenteurer, sondern auch für Menschen, die in einer Notsituation nicht ganz hilflos sein möchten. Survival-Experte Martin Mollay erklärte für alles roger?, worauf es dabei ankommt.

Wie lange sind Sie in der Branche des Survivaltrainings tätig und wie ist Ihre Vorgeschichte?

Ich habe vor zwölf Jahren mit den Trainings begonnen. Der Ursprung liegt jedoch noch weiter in der Vergangenheit, als ich 1996 beim Bundesheer den Jagdkommando-Kurs absolvierte und die Liebe zum Außergewöhnlichen und Extremen entdeckte. Jedoch muss ich dazusagen, dass mir die Abenteuerlust schon in die Wiege gelegt wurde. Ich war schon als Kind so.

Worauf müssen sich Kursteilnehmer bei Ihnen einstellen und welche Grundregeln gibt es beim Überlebenstraining?

Einstellen kann man sich in so einem Bereich nicht wirklich, denn die Umstände sind sehr unterschiedlich. Es geht mehr um die eigene Bereitschaft. Die erste und vor allem wichtigste Grundregel lautet: "Ruhe bewahren", und das in allen Situationen, nach dem Motto "in der Ruhe liegt die Kraft". Die meisten Fehler passieren, weil man sich stresst oder stressen lässt. Natürlich sagt sich das leicht, aber wir können auch im Alltag an unserer Mitte sowie der inneren und äußeren Ruhe arbeiten.

Dann braucht es Skills (Fähigkeiten). Also das Werkzeug der Survivlers. Diese stützen sich auf eine Dreier-Regel. Die besagt, drei Sekunden ohne Aufmerksamkeit, drei Minuten ohne Sauerstoff, drei Stunden unter extremen Bedingungen, drei Tage ohne Wasser und drei Wochen ohne Nahrung können unser Leben massiv gefährden. Somit braucht es folgende Basis-Skills um ein Überleben in außergewöhnlichen Situationen zu sichern: Wissen über Orientierung, Feuer machen, Unterkunftsbau, Wasser finden, Pflanzen- und Tierkunde, Knotenkunde, Selbstverteidigung und Erste Hilfe.

Wer sind die besseren Schüler, Frauen oder Männer - und wieso?

Ich sehe da keinen Unterschied. Jedes Wesen und Geschlecht ist mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet. Der Mann hat zum Beispiel oft bessere Skills beim Orientieren, die Frau hat hingegen des Öfteren ein besseres Verständnis beim Thema Haptik und beim Bau einer Unterkunft. Ich sehe somit alle Schüler als gleichwertig an. 

Muss man sich bei der heutigen angespannten Weltlage auf das Schlimmste vorbereiten?

In Anbetracht der globalen Umstände wie Klimawandel, wachsender Bevölkerungszahlen und Co. sollte man sich auf jeden Fall gut vorbereiten, denn die Menschen haben, entgegen zu früher, den natürlichen Bezug und selbstverständliche oben genannte Fähigkeiten weitgehend verloren und können im Extremfall nur sehr schwer auf dieses Wissen zugreifen. Obwohl es in uns allen vorhanden, aber eben verschüttet ist. Daher braucht es Training, Training, Training.

Wer sind hauptsächlich Ihre Kunden und warum wollen die Menschen das lernen?

Meine Schüler sind von Jung bis Alt gut durchmischt, wobei der Männeranteil wesentlich höher ist als der Frauenanteil. Die Beweggründe sind unterschiedlich. Manche suchen einfach das Abenteuer, andere wollen etwas über sich selbst erfahren, und die eigenen Grenzen kennenlernen. Viele wollen eine Art Selbst-ermächtigung erlangen, um im Gefahrenfall für die Familie auch da sein zu können.

Wie leben Sie privat?

Ich habe meinen Beruf zu meinem Leben gemacht. Das Haus, in dem ich wohne, führe ich weitgehend autark, baue mein Gemüse an und betreibe eine Kompost-Toi-lette, die neben dem ökologischen und ökonomischen Aspekt auch noch wertvollen Kompost für meinen Garten produziert. Es ist das Prinzip des natürlichen Kreislaufes, der diese Lebensweise so attraktiv macht. Es gibt auch immer was zu tun. Man will mit einfachen Mitteln seinen Lebensstandard erhöhen, ohne dabei zu sehr in diese System-Abhängigkeit zu fallen. Man bleibt dabei fit, achtsam und präsent. Genau genommen alle Lebensaspekte, die wir uns wünschen.

Infos: www.survivaltraining.at

 

 

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