Thomas einmal Anders

Foto: beigestellt

Thomas Anders gehört zu den wenigen deutschen Stars, die nationale und internationale Musikgeschichte geschrieben haben. Mit Modern Talking feierte er einst Welterfolge, als Solokünstler erfand er sich immer wieder neu. Er hat mehr als 125 Millionen Tonträger verkauft, über 420 Gold- und Platin-Schallplatten in der Vitrine und spielt alljährlich Konzerte vor insgesamt rund 250.000 Zuschauern. Nun hat er erstmals ein deutschsprachiges Album auf den Markt gebracht. Mit alles roger? sprach er über Pures Leben.


Interview: Roland Hofbauer

Was hat Sie inspiriert, auf Deutsch zu singen?

Das ist nicht zwischen Aufstehen und der ersten Tasse Kaffee entstanden. Ich habe seit Jahren darüber nachgedacht. Auf Deutsch zu singen hat heute einen ganz anderen Stellenwert als noch vor 20 Jahren. Dann wurde das Projekt immer konkreter und wir haben über ein Jahr an dem Album gearbeitet. Jetzt ist es endlich da. 

Wie reagieren Ihre Fans und Ihre Familie auf den 180-Grad-Wechsel?

Meine Fans freuen sich total. Vor allem in Österreich und der Schweiz. Kürzlich habe ich DJ Ötzi getroffen und der sagte, wie geil das klingt und warum ich das nicht schon früher gemacht habe. Ich habe darauf geantwortet: "Sorry, da kamen 120 Millionen verkaufte Tonträger dazwischen."

Was ist der Plan mit diesem Album, was möchten Sie noch erreichen und wird es auch wieder englischsprachige Alben geben?

Es wird bestimmt wieder etwas auf Englisch kommen. Ich möchte ja auch wieder etwas für den Weltmarkt produzieren. Aber jetzt konzentriere ich mich einmal auf den deutschen Markt. Es wird auch ein zweites deutsches Album folgen und dann sehen wir einmal weiter.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Da kommt es immer darauf an, wie man es sagt, oder vor allem, wer es sagt. Ich habe einmal eine vernichtende Kritik für ein Album von einem Musikredakteur bekommen. Als ich mich über ihn schlau gemacht habe, kam heraus, dass der Herr eigentlich für Heavy Metal zuständig ist. So etwas kann ich dann nicht ernst nehmen, aber gute Kritik, die zum Nachdenken anregt, ist in Ordnung.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Dieter Bohlen und wird es je eine Wiedervereinigung geben?

Das Verhältnis ist okay, aber ich denke nicht, dass es eine Reunion geben wird. Ich wüsste auch nicht, was das bringen sollte. Welche Wünsche würden wir da bedienen? Es würden sofort wieder die Kritiker dastehen und sagen: "Schon wieder dieselbe Grütze, mein Gott, sind die alt geworden, und wahrscheinlich brauchen die Kohle."

Welche drei Dinge bereuen Sie in Ihrem Leben?

Ich habe mich natürlich im Laufe der Jahre sehr verändert, aber ich würde nichts anders machen. Durch meine Handlungen wurde ich zu dem, der ich heute bin.

Sie wurden ja laut Bohlen "zwangsmillionärt", warum tun Sie sich die Musikbranche noch an?

Soll ich auf der faulen Haut liegen? Das wäre doch öde. Es macht mir immer noch sehr viel Spaß und ich liebe das, was ich tue. Solange es die Gesundheit zulässt, werde ich immer Musik machen.

Sie waren einmal superschlank, jetzt scheint es, dass auch Sie ein wenig mit Ihrem Gewicht kämpfen. Was tun Sie, um fit zu bleiben, und gibt es noch wilde Partynächte?

Ich ernähre mich gesund und bewusst, ich treibe Sport und behandle meinen Körper relativ gut. Gestern war ich beim Echo und bin gegen zwei Uhr nach Hause gegangen. Da merkt man schon das Alter. Aber ich glaube nicht, dass mir ein paar Partystunden mehr wirklich eine Bereicherung fürs Leben liefern.

Sie führen eine skandalfreie Ehe. Was ist Ihr Geheimnis?

Es muss viel Zuneigung da sein, man muss sich mit seinem Partner auseinandersetzen und man braucht Humor. 

Wie findet Ihr Sohn Ihre Musik, cool oder peinlich?

Er steht auf Kayne West, aber er behandelt mich und meine Musik mit Respekt. Ich würde mir auch wirklich Sorgen machen, wenn er in seinem Alter auf meine Musik abfahren würde.

Wie geht man eigentlich als verheirateter Musiker mit Groupies um?

Ich bin mit den Jahren wesentlich ruhiger geworden, aber natürlich guckt man ein bisschen und flirtet ein wenig. Aber ich sage immer zu den Damen: "I am very married", dann hat sich das eigentlich auch besprochen.

Was sagen Sie zum späten Outing von Barry Manilow? Gab es um Sie nicht auch viele Gerüchte?

Eigentlich war es in der Branche ja eh bekannt, gefühlt hat er das schon vor 25 Jahren gemacht. Warum er das jetzt mit 73 Jahren so öffentlich macht, weiß ich nicht. Vielleicht braucht er Promotion für ein neues Album.

Sehen Sie sich in zehn Jahren immer noch auf der Bühne?

Wenn es möglich ist, warum nicht. Das ist ja das Schöne an meinem Beruf, da spielt das Alter eigentlich keine Rolle. Sehen sie sich nur Udo Lindenberg an. Der rockt die Bühne noch immer so wie vor 20 Jahren. Ich hoffe, bei mir wird es nicht anders sein.

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