Das Licht ist zurück

Foto: Adobe Stock
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Am 2. Februar wird bei uns Maria Lichtmess gefeiert. Wovon heutzutage in der Stadt kaum jemand Notiz nimmt, hat am Land noch immer große Bedeutung. Warum dieser Tag so speziell ist, das hat viele Gründe. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch die Tageslänge, die man ab Maria Lichtmess stark wahrnehmen kann.


Text: Martina Bauer

Zu Weihnachtn um an Hahnentritt, zu Neujahr um an Mannerschritt, zu Dreikinig um an Hirschensprung und zu Lichtmess um a ganze Stund! Das ist ein altes Sprichwort, das wohl nie an Bedeutung verlieren wird. Eine ganze Stunde ist es nun bereits heller. Das Licht ist zurückgekehrt.

Ursprünglich, also bereits bei den Kelten, war der heutige Christbaum der Lichterbaum. Er wurde zur Sonnwende am 21. Dezember aufgestellt und sollte symbolisch das Licht halten. Das tut er heute noch, und in vielen ländlichen Häusern werden erst zu Maria Lichtmess die Christbäume weggeräumt. An jenem Tag, an dem es mit der Helligkeit wieder spürbar bergauf geht. Bei den Kelten feierte man aber bereits am 1. Februar das Imbolc-Fest, das der Göttin Brigid gewidmet war. Mit dem Beginn der lichtvollen Zeit waren auch immer Reinigungsprozesse verbunden.

Für die Bauern war Maria Lichtmess ein ganz wichtiger Lostag, weil da bereits wieder die Saat ausgebracht wurde. Es war sozusagen der Start ihres Arbeitsjahres, ein Stich- und Zahltag, an dem die Dienstboten ihren restlichen Lohn ausbezahlt bekamen und danach oft den Arbeitgeber wechselten. Aus diesem Grund gab's auch Feste mit besonders gutem Essen. Nicht nur symbolisch wurden zu Maria Lichtmess die Spinnstuben geschlossen. In diesen Zimmern vertrieb man sich die langen Winterabende, die ab da wieder vorbei waren.

Natürlich hat dieser Tag auch in der katholischen Kirche eine besondere Bedeutung, genau 40 Tage nach Weihnachten. So lange galt eine Frau nach dem Alten Testament nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Darum machte sich Maria zu ihrer Reinigung auf den Weg zum Tempel nach Jerusalem. Deshalb hieß das Fest zunächst "Reinigung Mariens". 1969 taufte man den 2. Februar in der Kirche auf "Darstellung des Herrn" um, weil neugeborene Kinder 40 Tage nach ihrer Geburt im Tempel gezeigt werden sollten, was vor allem im Osten Tradition war. Demzufolge soll auch Jesus an diesem Tag präsentiert worden sein. Herzeigen heißt auch Darstellung und daraus ergab sich der Name "Darstellung des Herrn". Wirklich durchgesetzt hat sich der bei den Menschen aber nicht.

Keine Glaubensfrage ist jedenfalls, dass das Licht damals wie heute auch das Symbol der Purifikation ist. Darum wurden an Maria Lichtmess nicht nur die Kerzen für den Jahresbedarf in der Kirche geweiht, sondern auch die der Menschen. Das geschieht mancherorts heute noch. Kaum zu finden sind aber die Lichterprozessionen, wie man sie früher an diesem Tag abhielt.

Woran auch immer man glauben mag, fest steht, dass sich dieser Tag gut zur Reinigung eignet. Ob man jetzt erst den Weihnachtsschmuck samt Christbaum wegräumt, den Kleiderschrank ausmistet, oder die Gedanken klärt. Aufräumen innen wie außen tut auf jeden Fall gut. Und wenn das getan ist, kann man ja ein Kerzerl anzünden und das Licht Willkommen heißen.

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