So stehen die Banken da

Foto: Adobe Stock
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Auch heuer hat der ehemalige Banker und Geldforscher, Thomas Fuchs, wieder ein Ranking für 585 österreichische Banken erstellt. Als Basis dienen die erfassten Daten aus den veröffentlichten Bilanzen 2017.


Text: Martina Bauer

Traditionell haben dabei die "großen" Banken nicht gut abgeschnitten. Einmal mehr findet sich die WSK aus Wien an der Spitze und ist damit Testsieger. Interessantes Detail am Rande: die WSK zählte früher zum Volksbankenverbund, hat sich aber rechtzeitig freigekauft und ist heute eine kleine aber feine Privatbank mit vier Filialen in Wien. Der Spitzenreiter kommt also aus der Hauptstadt unseres Landes. Dort sind aber auch 14 jener 20 Banken beheimatet, die am schlechtesten abgeschnitten haben. Unter den Top 20 hat die Steiermark mit insgesamt neun Banken die Nase vorne. 

Beim österreichischen Bankenranking werden die unterschiedlichen Institute nach einheitlichen Kriterien wie Unabhängigkeit, Sicherheit und Ertragskraft bewertet. Die Gewichtung liegt dabei im durchschnittlichen Verhältnis aller Banken. Nicht bewertet wurden diverse Sonder-, und Spezialbanken sowie jene Institute, die kaum über Kundeneinlagen oder Kundenforderungen (Kredite) verfügen, weil aus diesen Gründen ein Vergleich schwer möglich ist. 

Unabhängigkeit

Dabei geht's um die Ausgewogenheit zwischen Kundeneinlagen und Kundenkrediten (Eigengeschäft), Refinanzierung und Veranlagungen bei anderen Banken. 

Sicherheit

Sie richtet sich nach der Eigenkapitalausstattung (anrechenbare Eigenmittel in Prozent der Bilanzsumme) und ohne Anteile an verbundenen Unternehmen, weil diese zu einer internen Eigenmittelverlagerung oder Mehrfachverwendung führen könnten. 

Nachhaltige Ertragskraft 

Sie wird aus dem Mittelwert von Betriebsergebnis und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, plus 50 Prozent des Nettozinsertrages (Nachhaltigkeitsfaktor) und Einkommensteuern in Prozent der Bilanzsumme ermittelt. Hinzu kommt ein Ausgleich, der die wertmäßige Anpassung an Unabhängigkeit und Sicherheit darstellt.

Gesamtwertung

Die ergibt sich aus den summierten Punkten der Faktoren Unabhängigkeit, Sicherheit und Ertragskraft. Die Verbund-Haftungen begünstigen meist die Sektor-Spitzen und belasten die Primärbanken.

Fusionen unter der Lupe

Ungeachtet dessen, wie man dazu steht, die Fusion ist momentan der große Trend im Bankensektor. Berater und Behörden raten den noch selbständigen Banken zur Fusion. Die Gründe aus ihrer Sicht der Dinge: Niedrige Zinsen, global agierende Internet-Banken, verschärfter Wettbewerb, und eine angeblich zu große Bankendichte mit vielen zu kleinen Instituten. Viel gepriesen werden darum die Synergieeffekte aus den Fusionen. Sie sollen die Ertragskraft stärken und das gemeinsame Agieren am Markt soll für eine bessere Zukunft sorgen. Ob die Fusion der Heilsbringer oder Niedergang ist, darf der Kunde für sich selbst bewerten.

Kunden und Nahversorgung bleiben auf der Strecke

Wie meist in diesen Etagen, wird der Faktor Kunde völlig außer Acht gelassen. Nach Fusionen häufen sich oft die Beschwerden, weil die bis dahin vertrauten Ansprechpartner plötzlich verschwinden, Bankstellen geschlossen und Öffnungszeiten eingeschränkt werden. Es kommt unausweichlich zu einem gravierenden Einschnitt der finanziellen Nahversorgung, primär in ländlichen Regionen. Da auf die ländliche Nahversorgung aber generell immer mehr gepfiffen wird, muss man sich nicht erwarten, dass ausgerechnet die Banken bei diesem Trend ausscheren. Meist bleiben frustrierte Kunden zurück, die der Bank mitunter verloren gehen. Ob eine Fusion so viele neue Kunden bringt, ist mehr als fraglich. Ebenfalls im Dunkeln bleibt, ob nach der Fusion die gewünschten Synergieeffekte tatsächlich eintreten, und ob die neue Bank intern mehr Reibungsverluste hinnehmen muss.

Erstmals in Österreich

Da so eine Fusion an sich eine eher undurchsichtige Angelegenheit ist, hat Thomas Fuchs erstmals in Österreich eine tiefgreifende Analyse von rund 60 Bankenfusionen erstellt. Sie beinhaltet fast alle bekannten Fusionen seit 2014. Untersucht wurden die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen, wie Entwicklung der Ertragslage und die Veränderung bei Marktanteilen. Ebenso spannend wie auffällig ist, dass diese Kriterien oft gegenläufig auftreten. Zum Beispiel steht dann ein Gewinnzuwachs dem Marktanteilsverlust gegenüber. 

Um echte Vergleiche anstellen zu können, wurden die Fusionsbanken rückwirkend bis 2014 mit allen Bilanzdaten als gemeinsame Bank simuliert, wodurch fast alle gängigen Bilanzkennziffern vor und nach den Fusionen verglichen werden können. Interessenten können diese Analyse bei Thomas Fuchs bestellen. Für alles-roger?-Leser gibt's einen Sonderrabatt.

Gewinner und Verlierer

Zu den Gewinnern zählt ganz klar die Raiffeisenbank Kitzbühel, entstanden aus den Raiffeisenbanken Kitzbühel und St. Johann-Fieberbrunn, die sowohl kräftig Marktanteile gewonnen als auch die Erträge überdurchschnittlich erhöht hat. Diese Raiffeisenbank zählt neben der Raiffeisenbank Wienerwald und der Raiffeisenbank Amstetten zu den gelungensten Fusionen der vergangenen Jahre. 

Am Ende der rund 60 Fusionen umfassenden Tabelle stehen die Raiffeisenbank International (RBI) und die Volksbank Wien. Während die RBI (Fusion mit Raiffeisen-Zentralbank) große, internationale Marktanteilsverluste bei verbessertem Gewinn hinnehmen musste, hat die Volksbank Wien (entstanden aus ÖVAG mit vielen NÖ-Volksbanken), sowohl Marktanteile als auch Erträge eingebüßt. In der Tabelle findet man auch einige weitere Volksbanken, die oft zwangsfusioniert, schwere Rückschläge beim Ertrag und Markt erleiden mussten, während freiwillig eingegangene Fusionen, überwiegend bei Raiffeisen, ihre gemeinsamen Chancen mitunter viel besser nutzen konnten.


Bankenranking

Fusionen unter der Lupe 

Ungeachtet dessen, wie man dazu steht, die Fusion ist momentan der große Trend im Bankensektor. Berater und Behörden raten den noch selbständigen Banken zur Fusion. Die Gründe aus ihrer Sicht der Dinge: Niedrige Zinsen, global agierende Internet-Banken, verschärfter Wettbewerb, und eine angeblich zu große Bankendichte mit vielen zu kleinen Instituten. Viel gepriesen werden darum die Synergieeffekte aus den Fusionen. Sie sollen die Ertragskraft stärken und das gemeinsame Agieren am Markt soll für eine bessere Zukunft sorgen. Ob die Fusion der Heilsbringer oder Niedergang ist, darf der Kunde für sich selbst bewerten. 

Kunden und Nahversorgung bleiben auf der Strecke


Wie meist in diesen Etagen, wird der Faktor Kunde völlig außer Acht gelassen. Nach Fusionen häufen sich oft die Beschwerden, weil die bis dahin vertrauten Ansprechpartner plötzlich verschwin- den, Bankstellen geschlossen und Öffnungszeiten eingeschränkt werden. Es kommt unausweichlich zu einem gravierenden Einschnitt der finanziellen Nahversorgung, primär in ländlichen Regionen.
Da auf die ländliche Nahversorgung aber generell immer mehr gepfiffen wird, muss man sich nicht erwarten, dass ausgerechnet die Banken bei diesem Trend ausscheren. Meist bleiben frustrierte Kunden zurück, die der Bank mitunter verloren gehen. Ob eine Fusion so viele neue Kunden bringt, ist mehr als fraglich. Ebenfalls im Dunkeln bleibt, ob nach der Fusion die gewünschten Synergieef- fekte tatsächlich eintreten, und ob die neue Bank intern mehr Reibungsverluste hinnehmen muss. 

Erstmals in Österreich 

Da so eine Fusion an sich eine eher undurchsich- tige Angelegenheit ist, hat Thomas Fuchs erstmals in Österreich eine tiefgreifende Analyse von rund 60 Bankenfusionen erstellt. Sie beinhaltet fast alle bekannten Fusionen seit 2014. Untersucht wurden die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen, wie Entwicklung der Ertragslage und die Veränderung bei Marktanteilen. Ebenso spannend wie auffällig ist, dass diese Kriterien oft gegenläufig auftreten. Zum Beispiel steht dann ein Gewinnzuwachs dem Marktanteilsverlust gegenüber. 

Um echte Vergleiche anstellen zu können, wurden die Fusionsbanken rückwirkend bis 2014 mit allen Bilanzdaten als gemeinsame Bank simuliert, wodurch fast alle gängigen Bilanzkennziffern vor und nach den Fusionen verglichen werden können. Interessenten können diese Analyse bei Thomas Fuchs bestellen. Für alles-roger?-Leser gibt's einen Sonderrabatt (siehe Seite 10). 

Gewinner und Verlierer 

Zu den Gewinnern zählt ganz klar die Raiffeisen- bank Kitzbühel, entstanden aus den Raiffeisen- banken Kitzbühel und St. Johann-Fieberbrunn, die sowohl kräftig Marktanteile gewonnen als auch die Erträge überdurchschnittlich erhöht hat. Diese Raiffeisenbank zählt neben der Raiffeisenbank Wienerwald und der Raiffeisenbank Amstetten zu den gelungensten Fusionen der vergangenen Jahre. 

Am Ende der rund 60 Fusionen umfassenden Tabelle stehen die Raiffeisenbank International (RBI) und die Volksbank Wien. Während die RBI (Fusion mit Raiffeisen-Zentralbank) große, internationale Marktanteilsverluste bei verbessertem Gewinn hin- nehmen musste, hat die Volksbank Wien (entstan- den aus ÖVAG mit vielen NÖ-Volksbanken), sowohl Marktanteile als auch Erträge eingebüßt. In der Ta- belle findet man auch einige weitere Volksbanken, die oft zwangsfusioniert, schwere Rückschläge beim Ertrag und Markt erleiden mussten, während freiwillig eingegangene Fusionen, überwiegend bei Raiffeisen, ihre gemeinsamen Chancen mitunter viel besser nutzen konnten. 

 

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