Bienensterben - Biobauern schlagen Alarm

Foto: © 123RF / Vassiliy Prikhodko
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Die Bio-Obstbauern im oststeirischen Apfelland schlagen Alarm. Die Bäume standen in voller Blüte, aber das Surren der Bienen blieb aus. alles roger? hat den Landwirten einen Besuch abgestattet, die vielfältige Gründe dafür nannten: neben Insektiziden auch Elektrosmog und Chemtrails. Es ist Zeit, ein höheres Bewusstsein für die Bienen als kostbare Wesen zu entwickeln.


Text: Martina Bauer

Wenn die Apfelbäume in voller Blüte stehen und man den ganzen Tag über nur eine Biene und eine Hummel sieht, dann passt etwas nicht. In diesem Ausmaß habe ich das noch nie erlebt", sagt Hans Seidl, Apfelbauer aus der Steiermark. "Darüber klagen mehrere Obstbauern", weiß Hans Steinbauer, ebenfalls Apfelbauer, aber in der glücklichen Lage, selbst Bienenstöcke neben seinen Apfelbaumplantagen zu haben. Er ist nicht darauf angewiesen, dass sich fremde Bienen zu ihm "verirren", so wie Seidl.

Der Biobauer, der mit seinem Sonnenapfel bekannt wurde, hat das Problem, dass der Nachbar ein konventioneller Landwirt ist und auf seinen Feldern Insektizide, "also Nervengift", spritzt. "Am Mittwochvormittag hat er das ausgebracht. Das habe ich gerochen, und zwar bis Sonntag. Das muss neu sein, weil der Geruch noch nie so intensiv und richtig unangenehm war."

Immer weniger Insekten

Im Fall von Seidl mögen die Bienen von diesem Insektizid verschreckt worden sein. Dem aber nicht genug, haben die Insekten auch mit anderen Faktoren zu kämpfen. Das weiß Reinhard Steinbauer, Imker, Bio-Obstbauer und Pilzzüchter: "Eine der schlimmsten Ursachen für das Ausbleiben der Bienen ist der Elektrosmog, gefolgt von Chemtrails und natürlich dem Cocktail der Spritzmittel, die jetzt so viele Jahrzehnte eingesetzt wurden und als Information in den morphogenetischen Feldern hängen." Auch für Hans Steinbauer ist die Sache klar: "Es sind ja nicht nur die Bienen, die Insekten werden generell immer weniger. Früher, wenn man nach Graz gefahren ist, kam man mit dem Scheibenputzen nicht nach. Heute kann man fast ohne Scheibenwischer nach Wien fahren. Maikäferplagen gehören mittlerweile auch zur Legende. Es gibt nämlich fast keine mehr."

Dass Chemtrails keine Mähr von Verschwörungstheoretikern sind, daran besteht für Hans Seidl kein Zweifel. Bevor er das Regenwasser mit kollodialem Silber zum Spritzen behandelt, reichert er es mit informiertem Urgesteinsmehl (Lekra) an. "Wenn ich das nicht mache, wird das Wasser ganz rot, was der Silberstab anzeigt und was ein Zeichen dafür ist, dass viele Salze drinnen sind. Das ist richtig erschreckend. Nehme ich das Wasser vom Brunnen, wird es grau, was normal ist." Alles was aus der Atmosphäre auf die Erde niederprasselt, hat hier natürlich Auswirkungen. Auf die Menschen genauso wie auf die Insekten.

Mobilfunk stört Bienen

Das Gleiche gilt für die Verschiebung der Erdmagnetfelder und Strahlen der Masten für Mobilfunkgeräte und die Geräte selbst. "Bei Versuchen legte man Mobilfunkgeräte in die Bienenstöcke und die Bienen blieben aus. Ob sie nicht mehr zurückkommen wollten oder nicht mehr konnten, das weiß man nicht. Fest steht, dass Bienen Magnetit im Körper haben, und das steht in Verdacht, dass sie das zur Orientierung an den Erdmagnetfeldern nützen. Wenn sich die nun Verschieben oder andere störende Einflüsse hinzukommen, kann das für die Insekten zu massiven Problemen führen", erklärt Imker Reinhard Steinbauer, der zwar über 50 Stöcke verfügt, aber im letzten Winter mehr Ausfälle als sonst zu beklagen hatte. Das lag auch daran, dass der Winter im Apfelland spät Einzug gehalten hat und alles andere als ein richtiger Winter war. Den Frost brauchen die Bienen aber zur Brutpause. Bleibt dieser Impuls aus, brütet die Biene weiter und damit breitet sich auch die gefürchtete Varoamilbe immer mehr aus. 

Jahreszeiten verschoben

Generell sind die Jahreszeiten nicht mehr so wie früher, und auch das beeinträchtigt das Leben der Bienen, die von diesem Rhythmus und dem damit verbundenen Nahrungsangebot abhängig sind. Aufgrund der Witterung war es heuer so, dass die Apfel- und Kirschbäume ziemlich zeitgleich blühten. Für gewöhnlich liegt zwischen ihnen eine Pause. Da die Bienen aber die Kirschblüte bevorzugen, bleiben sie dann der Apfelblüte fern. Außerdem fliegen sie maximal zwei Kilometer und immer nur zur ersten Tracht. Abgesehen vom Wetter, greift der Mensch auch immer massiver in den künstlichen Anbau ein. Er baut zum Beispiel Pflanzen so an, dass sie im Spätherbst noch mal blühen und nicht - wie von der Natur vorgesehen - nur im Frühling. Hinzu kommt, dass es ansonsten aber generell viel zu wenig blühende Pflanzen gibt.

Mut zur Blumenwiese

"Aus Insektenaugen sehen die Flugbilder unserer Landschaften aus wie Wüsten", weiß der Imker. Aus Bienensicht wird nämlich viel zu viel gemäht. Was für das menschliche Auge also schön ist, ist für die Insekten eine Katastrophe. Man müsste den Blick einfach umkehren. Der Golfrasen im Garten ist vielleicht für uns hübsch anzusehen, für Bienen ist er grauenhaft. Da macht eine wilde Blumenwiese mit blühenden Sträuchern wie Flieder, Holler oder anderen schon viel mehr Sinn. Auch wenn sich der Nachbar darüber das Maul zerreißt, weil das in seinen Augen ungepflegt ist. Egal! Das ist der aktive Beitrag, den jeder leisten kann, der einen Garten hat. Mit Rasen, die aussehen als wären sie mit der Nagelschere bearbeitet, kann man vielleicht den Nachbarn beeindrucken, aber nicht die Bienen. Und bekanntlich bestäubt der Nachbar (noch) nicht unsere Obstbäume. Wer also einen Garten hat, sollte auch den Mut haben, mehr Lebensraum für Bienen zu schaffen. Für einen Bewusstseinswandel ist es nie zu spät. Hoffentlich!

Denn laut der sogenannten Krefeld-Studie sind die Insekten seit den 80er-Jahren um zwei Drittel zurückgegangen. Das ließ auch die Population der Singvögel schrumpfen, was ein logischer Effekt ist, weil Insekten deren Nahrungsangebot sind. "Die Honigbiene hat ja noch eine Lobby, aber um den Rüsselkäfer schert sich niemand", sagt der Imker traurig. Kein Wunder. Er stellt sich nämlich die Frage, ob die Kettenreaktion vom Insekt zum Singvogel nicht auch bald auf den Menschen übergreifen wird. Darüber sollten wir nachdenken, und zwar nicht aus Sympathie zu den Gelsen, sondern aus Liebe zu uns.

Imkern muss man lernen

Noch ist es aber so, dass sich großes Achselzucken breitmacht. Frei nach dem Motto: "Jo mei, is hoit so." Selbst an steirischen Stammtischen, wo Betroffene sitzen. Obstbauern nämlich. Noch schlimmer sind aber Hobby-Imker, die aus einem falschen Naturverständnis heraus Bienen halten und Scheu davor haben, die Stöcke mit Mitteln wie Ameisensäure oder Ähnlichem zu behandeln. "Man braucht so viel Wissen, wenn man Bienen hat. Man kann nicht einfach drei Völker hinstellen und sie fliegen lassen. Wenn man sie falsch betreut, sterben nicht nur die eigenen Bienen, sondern sie stecken dann auch umliegende Völker an. Ohne Behandlungen geht es einfach nicht mehr. Das muss man ganz klar sagen, und das ist auch ein Zeichen. Diese Tiere sind Millionen Jahre alt, und seit rund 20 Jahren sind sie von uns abhängig", sagt der Imker.

Ein trauriges Fazit, das uns endlich zu denken geben sollte. Man hat immer die Wahl, sich für eine Wildblumenwiese im eigenen Garten zu entscheiden und seinen Honig auch direkt beim Imker zu kaufen.

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