Medien und Gegner gehen gerne über Leichen

Foto: GREGOR SEMRAD
Foto: GREGOR SEMRAD

Udo Landbauer war der FPÖ-Spitzenkandidat bei der Niederösterreich-Wahl im Jänner 2018. Kurz vor der Landtagswahl wurde der Politiker im Zuge der Liederbuchaffäre massiv verleumdet und in den Schmutz gezogen. Landbauer zog sich vorläufig aus der Politik zurück und kehrte nun, nach seiner vollständigen Entlastung durch die Staatsanwaltschaft, als Klubchef der FPÖ NÖ zurück.


Interview: Roland Hofbauer

Wie geht es Ihnen seit Ihrer Rückkehr, wie haben Sie sich wieder eingelebt?

Ich bin wirklich froh, endlich wieder für Niederösterreich und unsere Landsleute arbeiten zu dürfen. Ich bin in die Politik gegangen, weil ich gestalten will und den linken Polit-Fantasten die Zukunft unserer Heimat bei Gott nicht überlassen möchte. Der politische Alltag hat mich wieder voll in den Bann gezogen, das bedeutet von einem Termin zum anderen, Bürgerkontakte, Stammtische, Veranstaltungen. Es macht unheimlich viel Freude wieder im Dienst der Bevölkerung landauf und landab unterwegs zu sein - als Herzblutpolitiker braucht es in Wahrheit keine lange Eingewöhnungsphase, schon gar nicht, wenn man so eine vereinte und starke FPÖ NÖ mit einer unglaublich tollen Basis an seiner Seite hat.   

Wie sehr hat Sie die Hetzjagd auf Ihre Person getroffen, wie fühlt man sich in so einer Situation?

Ich wusste natürlich von Beginn an, dass an diesen abstrusen Vorwürfen gegen meine Person absolut nichts dran ist, das habe ich immer betont und das war auch der Grund, warum ich der Erste war, der eine Aufarbeitung der Vorwürfe durch die Staatsanwaltschaft eingefordert hat. Mir war von Anfang an klar, dass man als Politiker in gewisser Weise Freiwild für die Medien und etwaige Hetzkampagnen ist, aber diese schäbige und charakterlose Hetze hat einmal mehr bewiesen, dass bestimmte Gegner und Medien gerne über Leichen gehen. Man weiß, dass man nichts Unanständiges getan hat und ist den Anschuldigungen in der Öffentlichkeit gnadenlos ausgeliefert, bis ordentliche Gerichte etwas anderes feststellen. Das war eine harte Zeit für mich, für meine Freunde und meine Familie. 

Wie wichtig war die Unterstützung Ihrer Freunde, der Familie und Ihrer Kollegen für Sie?

Gerade in so einer Situation merkt man erst, wer wirklich deine Freunde sind. Genau diese Menschen, die einem nahestehen, braucht man natürlich, um Abstand zu gewinnen, damit man von diesen haltlosen und inszenierten Anschuldigungen nicht erdrückt wird.  

Wollten Sie damals für immer mit der Politik abschließen, oder war Ihnen immer klar, dass Sie bald zurückkehren werden?

Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, welchen Weg ich abseits der Politik einschlagen würde. Hier hätten sich einige Optionen angeboten - letztlich war für mich immer klar, dass mein Herz für die Politik und die Arbeit für unsere Landsleute schlägt. Dazu kommt, dass ich 41.000 persönliche Vorzugsstimmen erzielt habe und das ist schon ein gewaltiger Vertrauensbeweis der Niederösterreicher gewesen. Zudem hat mir unsere freiheitliche Basis, die hunderten Funktionäre, die mir am Landesparteitag zugejubelt haben und mir unzählige Zuschriften geschickt haben, die Entscheidung in Wahrheit abgenommen. 

War Ihnen schon vor diesem inszenierten "Skandal" bewusst, was für eine Schlangengrube die heimische Politik ist und mit welchen unfassbaren Mitteln hier gekämpft wird?

Die Politik ist ein beinhartes Geschäft und kein Kinderspielplatz. Das weiß man, wenn man diesen Weg einschlägt. Die gezielte Kampagne gegen meine Person war natürlich Dirty Campaining in Reinkultur, die über das Ziel hinausgeschossen ist. Zwischen Kritik und schmutzigen unwahren Unterstellungen, die nicht sofort, sondern eben nur durch ordentliche Gerichte entkräftet werden können, ist ein großer Unterschied. Wer diese Geschichte gespielt hat, hat schon ganz genau gewusst, was er damit anrichtet. 

Wie enttäuscht sind Sie von den heimischen Medien?

Den Medien kommt grundsätzlich eine wichtige demokratiepolitische Rolle zu. Es ist nur leider immer wieder zu beobachten, dass einige Medien auf einem Auge blind sind. Gegen objektive und kritische Berichterstattung hat kein vernünftiger Mensch etwas, aber wenn sich Medien an Menschenhatzen beteiligen und unwahre Behauptungen transportieren, ohne genau zu recherchieren, dann kann man durchaus von einer Objektivitätskrise sprechen.  

Haben sich Ihre Verleumder, allen voran Van der Bellen, bereits bei Ihnen entschuldigt?

(lacht) Natürlich nicht!

Sind Sie auf einzelne Personen oder Institutionen wütend, oder sind Sie ein Mann der Vergebung?

Ich blicke nach vorne und arbeite hart an der Umsetzung unserer Wahlversprechen. Alle, die glauben, dass mich diese Geschichte geschwächt hätte, die irren. Ich werde die Menschen mit meiner Arbeit und meinem Einsatz für ein besseres und sozial gerechteres Niederösterreich überzeugen, da kann der politische Gegner noch so schreien. 

Was möchten Sie nun in der heimischen Politik bewirken, wo möchten Sie Veränderung herbeiführen?

Die Sicherheit unserer Niederösterreicher steht an erster Stelle. Damit meine ich die Sicherheit in allen Lebenslagen. Ich will, dass sich unsere Landsleute auch in der Nacht frei bewegen können, dass sie eine Gesundheitsversorgung vorfinden, die sie nicht weiter krank macht. Ein weiteres zentrales Anliegen ist mir sozial verträglicher Wohnraum. In NÖ ist der freifinanzierte Markt bereits billiger als der geförderte Wohnbau. Das Dinosauriermodell der Wohnbauförderung hat ausgedient und muss auf komplett neue Beine gestellt werden. Schluss mit sündteuren Umweltauflagen. Unsere Niederösterreicher und vor allem die Jungen, brauchen endlich wieder leistbaren Wohnraum, damit der Traum von den eigenen vier Wänden auch wirklich wahr wird. Hier haben wir viel vor uns. In den Schulen nehmen Gewalt und Mobbing immer weiter zu. Wir legen demnächst einen verbindlichen Wertekodex für alle NÖ-Schulen auf den Tisch. Schüler, die glauben nicht Deutsch sprechen zu müssen oder gewalttätig sein zu können, müssen mit Erziehungsmaßnahmen bedacht werden. Ich denke hier an Sozialstunden, wodurch sie einen Beitrag für die Gesellschaft leisten und über ihre Vergehen nachdenken. 

Wobei finden Sie Entspannung, was ist Ihr Ausgleich zum stressigen Politikerleben?

Beim Sport kann ich abschalten. Draußen in der Natur, beim Mountainbiken, Laufen oder im Winter beim Skifahren, kommt man auf andere Gedanken und genießt die Ruhe. Ein gutes Glas Wein und heitere Gespräche mit Freunden gehören definitiv auch zum Freizeitprogramm.  

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Dann würde ich mir wünschen gesund zu bleiben, meine Tatkraft zu bewahren und auch weiterhin noch die Zeit für ein oder zwei Gläser Wein mit Freunden zu finden.

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