Menschenversuche für linkes Denken

Foto: 123RF
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In westlichen Ländern arbeiten Wissenschaftler an Medikamenten und Behandlungen, die ihre "Patienten" zu politisch korrektem Denken im Sinne der Eliten führen sollen. Das klingt unglaublich, doch jede Einzelheit ist überprüfbar. Menschenversuche dieser Art erinnern an dunkle Zeiten, die längst überwunden sein sollten. Und eta­blierte Medienhäuser jubeln dazu.


Text: Florian Machl

 Es ging um einen Nasenspray mit dem Bindungshormon Oxytocin. Wissenschaftler der Universität Bonn, des Laureate Institute for Brain Research in Tulsa (USA) und der Universität Lübeck testeten ihn an freiwilligen Probanden. Ein Teil der insgesamt 183 Testpersonen war gegenüber Flüchtlingen positiv eingestellt, ein anderer Teil nicht. Diejenigen, die für die Aufnahme von "Flüchtlingen" waren, spendeten unter dem Einfluss des mittels Nasenspray verabreichten Hormons doppelt so viel für Asylanten als zuvor. Personen, die bereits vor dem Experiment eine reservierte Haltung gegenüber Flüchtlingen hatten, steigerten ihre Spendenbereitschaft jedoch auch unter Einfluss des Hormons nicht. Daher gingen die Wissenschaftler einen Schritt weiter. Sie ließen den Teilnehmern vermitteln, dass es ganz normal wäre, für Flüchtlinge zu spenden. Und endlich spendeten auch diese Menschen unter dem Einfluss des Hormons deutlich mehr als zuvor. Die Spendenbereitschaft gegenüber Einheimischen nahm übrigens nicht zu. Das Hormon Oxytocin würde zusammen mit sozialen "Normen" Fremdenfeindlichkeit schwächen sowie Altruismus stärken, zeigt sich die Universität Bonn stolz über das Projekt. Die Ergebnisse wurden vor wenigen Monaten im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences publiziert.

 Leitmedien jubeln

Im englischen Original der Studie behaupten psychiatrische Fachkräfte, dass ein Mangel an Spendenbereitschaft gegenüber Flüchtlingen Xenophobie, also eine geistige Erkrankung wäre. Seine politischen Gegner als geisteskrank zu erklären war im deutschsprachigen Raum in den vergangenen 70 Jahren eher nicht salonfähig.

Sollte man es nicht ein wenig gruselig finden, politische Einstellungen durch die Gabe von Drogen hervorzurufen, ohne irgendwelche Bedenken hinsichtlich der Ethik solcher Versuche zu haben? Deutsche Leitmedien verstört der Einsatz von Medikamenten für die "richtige Meinung" jedenfalls nicht. Der Tagesspiegel titelte "Oxytocin wirkt gegen Fremdenhass" und philosophierte darüber, dass man die biologischen Grundlagen für Fremdenhass erforschen müsse.

 Durch Magnete weniger kritisch

In die gleiche Richtung gehen Versuche, das menschliche Gehirn mittels starker Magnetfelder zu beeinflussen. Im Jahr 2015 veröffentlichte ein Psychologenteam um Keise Izuma, University of York, sowie Colin Holbrook von der University of California, Los Angeles, seine Forschungsergebnisse zur transkraniellen Magnetstimulation. Damit lassen sich genau definierte Hirnareale ohne Operation von außen beeinflussen. 38 Versuchsteilnehmern wurden angeblich von Migranten verfasste Texte vorgelegt. Einer davon lobte die Gastgebernation USA, im anderen wurde scharfe Kritik geübt. Vor der Magnetstimulation wurde die politische Ausrichtung der Teilnehmer erfragt. Danach störte man bei der Hälfte der Teilnehmer die Gehirnareale, die normalerweise für die Erkennung von Gefahren und darauf angemessene Reaktionen zuständig sind. Die mit  Magnetstimulation behandelten Personen hätten um 30 Prozent "weniger kritisch, weniger negativ und weniger ideologisch motiviert" reagiert.

Im Vorwort der im Fachmagazin Social Cognitive and Affective Neuroscience erschienenen Studie werden konservative Einstellungen als zurückgeblieben beschrieben. Die Autoren führten weiter aus, dass "moralistische Ideologien", "Gruppenchauvinismus" sowie "Religion" einen schädlichen sozialen Einfluss entwickeln würden. Das deutsche Magazin Spektrum der Wissenschaft bejubelte, dass es sich bei den Ergebnissen um "spannende Effekte" handeln würde. Eine konservative Einstellung würde von realen Fakten nicht gedeckte Vorurteile wie Rassismus hervorrufen. Psychologen würden sich über den gelungenen Beweis freuen, gruppenspezifische Vorurteile und religiöse Vorstellungen gezielt beeinflussen zu können. Kritik? Fehlanzeige.

 Betablocker polt auch um

Den angeblichen Effekt des Medikaments Propranolol auf - angeblich - rassistische Vorurteile untersuchte ein Team um Sylvia Terbeck von der Universität Oxford. Diese Studie wurde im August 2012 im Fachmagazin Psychopharmacology veröffentlicht. Mit diesem Betablocker werden eigentlich Bluthochdruck und Herzkrankheiten behandelt.

36 Freiwillige bekamen entweder eine Dosis Propanolol oder ein wirkungsloses Placebo verabreicht und wurden auf "Vorurteile" und "Rassismus" getestet. Der Studienautor behauptete im Vorwort, dass unbewusste rassistische Vorurteile mit Propanolol vollständig ausgeschaltet wurden. Liest man die Studie im Detail, stellt sich der Sachverhalt deutlich anders dar: Die unbewussten Vorurteile seien demnach nur "signifikant reduziert", die bewussten Vorurteile hätten sich nicht verändert.

Studien zu lesen zählt anscheinend nicht zu den Lieblingsaufgaben der deutschsprachigen Presse, wo die vermeintlichen Ergebnisse beispielsweise von der selbsterklärt linken taz begeistert gefeiert wurden. "Rassismus ist heilbar" wurde dort verkündet. Man geizte auch nicht mit konkreten Anwendungsempfehlungen, beispielsweise im englischen Fußball oder bei bestimmten rechten Politikern. Der Artikel schloss mit einem Vorschlag hinsichtlich des Umgangs mit einem Konservativen: "Einfacher wäre es, ihm das Maul mit Propanolol zu stopfen."

In der sozialistischen Diktatur DDR war übrigens eine Überdosis Propanolol eines der häufigsten Mittel, wenn man sich das Leben nehmen wollte.

 UNESCO als Urheber?

Der Hintergrund für all diese Forschungen dürfte ein Aufruf der UNESCO (UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) sein, der Forschungen zu "neurobiologischen Grundlagen für Fremdenhass" anregte. Dort kann man nachlesen, dass Xenophobie in keiner Relation zu großen Mengen von Immigranten stehen würde. Vielmehr wären rechte politische Parteien an Fremdenfeindlichkeit schuld. Unter dem martialischen Titel Combating Xenophobia ("Fremdenfeindlichkeit bekämpfen") hat sich die UNESCO dem "Kampf" gegen Fremdenfeindlichkeit verschrieben. Migration wäre für alle Beteiligten "überwältigend positiv" und würde zu Wirtschaftswachstum und politischer Stabilität führen.

An den stets begeisterten Reaktionen linker Medienschaffender kann man ablesen, dass diese politische Richtung, wäre sie in der Lage, absolute Macht auszuüben, wenig Skrupel davor hätte, solche Mittel direkt an der Bevölkerung einzusetzen. Spätestens nach dem UNESCO-Aufruf ist klar, dass konservatives Denkverhalten als "krankhaft" abqualifiziert und medizinisch bekämpft werden soll.

 Lahmgelegtes Hirn und "korrektes" Denken

Die Menschenexperimente, die auch einem Horrorfilm entspringen könnten, führen vor allem zu einem Schluss: Um gewisse linke Positionen zu vertreten, muss man durch Medikamente oder andere medizinische Maßnahmen Teile seines Gehirns lahmlegen lassen.

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